Rita Hampp | Tod auf der Rennbahn

Schöne Frauen, edle Vollblüter, Geld, Champagner und Glamour – all das vereint alljährlich Ende August die Große Rennwoche in Baden-Baden. Doch diesmal wird die beschauliche Idylle vor den Toren der mondänen Stadt getrübt: Ein Gestütsbesitzer wird erstochen in seiner Pferdebox aufgefunden. War er in einen Dopingbetrug verwickelt? Oder war es eine Eifersuchtstat? Ein Fall für Kriminalhauptkommissar Maximilian Gottlieb, dem eigentlich nichts lieber ist als seine Ruhe, sein Rotwein und seine Zigaretten, wenn da nicht Lea Weidenbach wäre, die quirlige Polizei- und Gerichtsreporterin des »Badischen Morgen«, die ihm mit Hilfe ihrer rüstigen Vermieterin Luise Campenhausen nun schon zum zweiten Mal gehörig in die Quere kommt.

»Tod auf der Rennbahn« ist Rita Hampps zweiter Kriminalroman, welcher in Baden-Baden und näherer Umgebung spielt. Die Handlung beginnt auf der Galopprennbahn in Iffezheim und nimmt überraschend schnell Tempo auf. Im Zentrum der Geschehnisse steht der Mord an dem Gutsbesitzer Sonnefeld alias Sonny, welcher nach einem Pferderennen erstochen in einer Pferdebox  seines Favoriten „Rother Wind“ aufgefunden wird. Wie angepeitscht vom Adrenalin des Rennens kommen schnell allerhand Gerüchte und Motive auf. Ging es hier um Rache an dem Pferdebesitzer? Um Wettbetrug oder sogar um Negativdoping?

Polizeireporterin Lea Weidenbach ist bereits vor Ort als der Tote aufgefunden wird. Lea hatte eine Reportage über ihren Schulfreund, den Jockey Andreas Fiebig geplant. Als dieser kurz nach der Tat zum Hauptverdächtigen avanciert ist er bereits spurlos verschwunden. Als er Lea Weidenbach kontaktiert, wird dies für sie zu einem Gewissenskonflikt. Wie weit kann sie Andi vertrauen? Keinesfalls will sie Hauptkommissar Gottliebs Ermittlungen behindern, aber ihr Jagdtrieb ist bereits geweckt. Sie möchte zu gern an Andis Unschuld glauben – nicht zuletzt weil sie sich wegen einer Geschichte um Verrat aus alten Tagen noch heute ihm gegenüber schuldig fühlt, dies nie befriedigend klären konnte.

Immer wieder überschneiden sich ihre inoffiziellen Ermittlungen mit denen der Kriminalpolizei und sie findet zudem tatkräftige Unterstützung in Gestalt ihrer hochmotivierten Vermieterin Luise Campenhausen, die sich in Miss Marples Fußspuren sieht. Dies sorgt beim Leser für den ein oder anderen Schmunzler.

Die Protagonisten (Gottlieb, Weidenbach und Campenhausen) sind bereits im ersten Kriminalroman „Die Leiche im Paradies“ vorgestellt worden. Ich habe diesen nicht gelesen, dadurch ergaben sich allerdings keine Verständnisprobleme. Mühelos konnte ich mir ein Bild der Personen machen, dies natürlich nicht zuletzt aufgrund der guten Charakterdarstellungen.

Nur der Jockey ist aus meiner Sicht etwas zu hastig beschrieben worden, obwohl er in diesem Roman eine wichtige Rolle spielt. Am Ende des Romans hatte ich das Gefühl, dass er sich a) sehr widersprüchlich benimmt und äußert und dass ihm b) ein wenig mehr Zeilen gut getan hätten. Dies und die Fachbegriffe aus dem Rennsport (auch im Bezug auf Örtlichkeiten), die nicht erläutert wurden, sind aus meiner Sicht die einzigen Mankos in dieser sehr rasanten und durchweg gut geschriebenen Kriminalgeschichte.

Rita Hampp macht eines besonders deutlich: Gute Kriminalromane können „nebenan“ spielen, entscheidend ist ein wortgewandter Autor der eine spannende Geschichte zu erzählen weiß!

 

d29d2-rennbahnTod auf der Rennbahn | Erschienen im September 2006 im Emons Verlag
287 Seiten | 10,90 Euro
Leseprobe nicht verfügbar

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