Fanny Irlacher | Herzsau

Im oberbayrischen Bad Moorach tun sich Abgründe auf. Weinhändler Georg Stecher wird ermordet in seinem Geschäft aufgefunden – splitternackt. 

Lokalredakteurin Polly, die lieber Model geblieben wäre, und Kommissar Herbst, der viel darum gäbe, so cool wie Bruce Willis zu sein, beginnen zu ermitteln. Sehr bald müssen sie sich weiteren nackten Fakten stellen …

Fanny Irlachers erster Kriminalroman Herzsau gibt pikante Einblicke in ein vermeintliches oberbayerisches Dorfidyll, hinter dessen Fassaden sich Ereignisse abspielen, die so gar nicht nach Bad Moorach passen wollen.

Leo Herbst und sein Assistent Moneypenny müssen ausführlich recherchieren, um Einblick in die Geheimnisse der beteiligten Personen zu erlangen. Dabei werden sie von der engagierten Polly Hope Goldman unterstützt, welche als Lokalredakteurin auf ihren großen Durchbruch hofft und in der Mordgeschichte ihre Chance wittert, dabei aber von ihrem Chef Forster ausgebremst wird, der ein Spezi des Mordopfers Georg Stecher war und dies zum Anlass nehmen möchte, selbst die Karriereleiter aufzusteigen.

Polly beginnt mit ihren beiden Freundinnen Charlotte und Julia ihre eigenen Ermittlungen, die das Leben der drei Frauen gehörig durcheinanderwirbeln. Dabei geraten auch sie in Gefahr, denn schon bald ist allen klar, dass sich hinter dem Mord an dem Herzensbrecher Georg Stecher vielleicht doch kein heimisches Eifersuchtsdrama verbirgt.

Hin und wieder lehnt sich die Autorin an bekannte Krimi-Vorlagen an; so wird nach dem Mord an dem Weiberhelden Georg Stecher vom Mooracher Anzeiger ein Internetblog mit dem Titel „Unsere Stadt sucht einen Mörder“ in Anlehnung an M – Eine Stadt sucht einen Mörder gestartet und natürlich ist der Spitzname Moneypenny von Leo Herbst schwulem Assistenten, der die organisierende Kraft im Hintergrund ist, der berühmten Moneypenny von James Bond entliehen. Allerdings wirken diese vereinzelten Versuche eher bemüht und überflüssig und reichen nicht aus, um aus dem Roman eine echte Persiflage zu machen.

Herzsau ist eine spannende Unterhaltungslektüre, die mich aber leider nicht durch Einzigartigkeit überzeugen konnte. So provinziell der Handlungsort ist, so gewöhnlich und klischeehaft sind teilweise auch die Ausführungen von Fanny Irlacher.

 

ad277-herzsauHerzsau | Erschienen am 26. September 2013 im emons: Verlag
240 Seiten | 9,90 Euro
Leseprobe

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