Camilla Läckberg | Die Engelmacherin

Im alten Schulhaus auf der Insel Valö wird ein Mordanschlag auf die junge Ebba Stark verübt. Kommissar Patrik Hedström vernimmt die verstörte Frau, die gerade erst nach Fjällbacka zurückgekehrt war, um den tragischen Tod ihres kleinen Sohnes besser zu verkraften. 

Schriftstellerin Erica Falck, Patriks Frau, vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag auf Ebba und der Geschichte ihrer Eltern. Die Elvanders verschwanden Ostern 1974 ohne jede Spur.

Sollte dieser ungeklärte Fall der Grund für den Mordversuch gewesen sein?

Die Engelmacherin ist Camilla Läckbergs achter Kriminalroman, der auf einer sehr spannenden Geschichte aufbaut, die im Jahr 1908 in Fjällbacka beginnt und sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Allerdings nicht in einem Handlungsstrang. Camilla Läckberg spinnt geschickt viele Fäden, die auf ein Ende zulaufen.

In der Gegenwart beschäftigt sich die Polizei von Tanum mit den Mordanschlägen auf Ebba Stark, die mit ihrem Mann Marten auf die Schäreninsel Valö zurückkehrte, um den Tod ihres kleinen Sohnes zu verarbeiten und einen Neuanfang mit ihrem Mann zu proben. Den Weg dorthin sollte die Renovierung des alten Schulhauses auf Valö ebnen. Doch ebendort in diesem Schulhaus verschwand nicht nur am Ostersamstag 1974 Ebbas fünfköpfige Familie spurlos; dort werden auch die Mordanschläge auf sie verübt.

Patrik Hedström und seine Kollegen vermuten schon bald einen Zusammenhang zu den Ereignissen im Frühjahr 1974, doch einen klaren Zusammenhang sehen sie nicht. Patriks Frau Erica Falck verbeißt sich jedoch regelrecht in diese Theorie und setzt alles daran, in die Ermittlungen integriert zu werden, denn die Geschichte um das Verschwinden der Familie Elvander lässt sie nicht mehr los.

Dem Leser werden in den unterschiedlichen Erzählsträngen die Ereignisse ab 1908 und die Weiterentwicklung der Charaktere beschrieben. Gleichzeitig aber auch, was die 1974 beim Verschwinden von Ebbas Familie involvierten Personen in der Gegenwart tun, wobei die Autorin unter anderem einen Bogen zum schwedischen Nationalsozialismus schlägt.

Insgesamt habe ich die Charaktere mitunter als zu ambivalent und pathetisch empfunden. Das mag vielleicht so gewollt sein, aus meiner Sicht schadet es jedoch der Glaubwürdigkeit der Personen. Ich gehe davon aus, dass ich einen besseren Zugang zu den Charakteren gefunden hätte, wäre Die Engelmacherin nicht mein erster Roman aus der Reihe gewesen.

Fazit: Ein sehr unterhaltsamer Krimi, in welchem historische Fakten mit Fiktion gemischt wurden. Er ist durchzogen von verborgenen Geheimnissen, die sowohl Spannung als auch Neugierde wecken. Aber er behandelt auch schwere Themen wie Rassismus und Kindesmisshandlung sowie Kindstötung. Nicht jedermanns Sache.

 

7de52-dieengelmacherinDie Engelmacherin | Erschienen am 4. Januar 2014 bei Ullstein
464 Seiten | 19,99 Euro
Leseprobe

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