Johan Theorin | Inselgrab

Ein verzweifeltes Klopfen weckt Gerlof Davidsson mitten in der Nacht. Der Junge, der atemlos vom Strand kommt, erzählt von einem Geisterschiff voller sterbender Seeleute und einem verrückten alten Mann mit einer Axt.

Auf Öland hat die Hauptsaison begonnen, und eigentlich sind die Sommergäste gekommen, um gemeinsam Mittsommer zu feiern. Doch einer von ihnen ist zurückgekehrt, um eine sehr alte Schuld zu begleichen. Einzig Gerlof ahnt, wer der Rückkehrer ist und an wem er sich rächen will. Er ist diesem Mann schon einmal in seiner Jugend begegnet, als sie beide auf dem Friedhof standen und plötzlich Klopflaute aus einem frischen Grab drangen …

»Inselgrab« von Johan Theorin ist der vierte und letzte Band der Öland-Reihe. Waren die drei Vorgänger schon gut, so ist dieses eine gelunge Krönung des Ganzen. Es ist direkt schade, dass diese Reihe zuende gehen soll.

Eine zentrale Rolle spielt auch hier wieder Gerlof Davidsson, den wir aus den vorangegangenen Bänden kennen. Ihm zur Seite steht der junge Jonas, der des nachts an seine Tür klopft und von ungeheuren Vorgängen berichtet und wie wir Gerlof kennen, muss er den Dingen natürlich auf den Grund gehen.

Es gibt zwei Erzählstränge: die Ereignisse heute und die Lebensgeschichte des Heimkehrers, die, im Präsens gehalten, fast noch eindringlicher und intensiver wirkt, als der für sich allein genommen auch schon sehr spannende Teil, der sich auf dem heutigen Öland abspielt.

Beide Stränge werden äußerst kunstvoll miteinander verwoben, so dass man am Ende nicht mehr ganz so sicher ist, wie hier Gut und Böse zu bewerten sind. Theorin hat es auch dieses Mal wieder verstanden, Fährten direkt unter unserer Nase zu legen, die sich erst im Laufe des Geschehens als Überraschungen entpuppen.

Man nehme sich bitte Zeit für diesen Roman, um ihn genießen zu können. Nach einer langen Reihe schlechter, mittelmäßiger und fast guter Krimis bin ich hier auf ein Buch gestoßen, das mich noch länger beschäftigen wird. »Inselgrab« ist ein kleines Juwel im Fastfood-See der Kriminalliteratur und erhält daher eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.

Ich würde mir wünschen, dass Herr Theorin sich die ganze Sache doch noch einmal überlegt und uns einen fünften Band schreibt.

 

Rezension von Dani Nimz.

 

InselgrabInselgrab | Erschienen am 12. Mai 2014 bei Piper
480 Seiten | 19,99 Euro
Leseprobe

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8 Gedanken zu “Johan Theorin | Inselgrab

  1. Boah, wie fies! Ich hibbel hier eh schon wie eine Bekloppte, weil ich „Inselgrab“ endlich lesen will. Und dann kommt Dani mit dieser verführerischen Rezi. Jetzt will ich das Buch noch dringlicher lesen ….

    1. Ich habe hier aber noch ein paar andere Bücher liegen, die vorher gelesen werden wollen … Mh, ich glaube, ich muss heute Abend noch einmal in mich gehen …

  2. Oookay, inzwischen habe ich “Inselgrab” dann auch mal gelesen – und bin nicht ganz so davon angetan wie Dani. Rezension folgt …

Gedanken dazu

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