Patrizia Rinaldi | Die blinde Kommissarin

Kommissarin Blanca Occhiuzzi ist blind – und erkennt die Wahrheit wie keine andere.

Herbst in Neapel. Blanca Occhiuzzi, Hauptkommissarin der örtlichen Polizei – schön, charismatisch und blind – wird immer dann gerufen, wenn ein Fall aussichtslos erscheint. Als der bekannte Musiker und Lebemann Jerry Vialdi ermordet wird, gibt es viele, die ein Motiv haben. Zu viele. Ein Fall für Blanca und ihr besonderes Gespür für menschliche Abgründe. Lüge und Täuschung: Niemand macht der Kommissarin etwas vor. Diese Gabe bringt oft den Erfolg. In diesem Fall bringt sie Blanca jedoch in höchste Gefahr.

Auf die Veröffentlichung von Patrizia Rinaldis ersten Krimiroman »Die blinde Kommissarin« hatte ich mich sehr gefreut. Der Plot und die Figuren versprachen etwas Neues, eine im wahrsten Sinne des Wortes neue Sichtweise.

Um mein Fazit vorweg zu nehmen: Mir hat der Roman leider nicht gefallen; nicht im Sinne eines Kriminalromans. Ist er zwar stilistisch sauber und gut geschrieben, gereicht auch dem anspruchsvollerem Leser, fehlt ihm das für das Genre Unverzichtbare: Spannung!

Der Leser ist von Beginn an Mitten drin im Geschehen. Der Mord an dem bekannten Sänger Jerry Vialdi macht den Auftakt. Die Figuren, insbesondere die vielen Ermittler aus unterschiedlichen Teams, werden nicht ausführlich eingeführt. Eher das Gegenteil ist der Fall: Ich hatte den Eindruck, man müsse – obwohl es sich um den Auftakt einer Serie handelt – schon einiges über sie wissen, sie bis zu einem bestimmten Grat kennen, um der Geschichte mit dem verwobenem Zuständigkeitsgerangel folgen zu können. In Anbetracht der Tatsache, dass ich während des Lesens noch auf Spannung wartete, habe ich dies erstmal hingenommen.

Doch in der Summe ist »Die blinde Kommissarin« für mich eine gut geschriebene aber keine gut erzählte Kriminalgeschichte.

 

Die blinde KommissarinDie blinde Kommissarin | Erschienen am 9. Mai 2014 bei Ullstein
224 Seiten | 8,99 Euro
Leseprobe

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5 Gedanken zu “Patrizia Rinaldi | Die blinde Kommissarin

  1. Ich lese Pareizia Rinaldi seit fünf Jahren, ins italienisch natürlich. Um Blanca kennenzulernen, solite man anfangen mit Blanca, das erste Buch. Ausserdem, ich bin der Meinung dass, das schreiben von Patrizia einzigartig ist in der literarischen Panorama Italiens…grade in diesel tagen schreibt mein Mann (auf deutsch, er ist deutscher) eine essay über die qualität dieses Schreibens…was ich in bücher von Patrizia erlebe ist nicht Spannung sondern di richtige langsamkeit des Lesen, die wunderschöne Metaphern, die passionalità der Frauen Figure, die intensität des leidens. Alle sinne, nicht nur das sehen, spielen eine Rolle in ihre Romane…leider das die deutsche übersetzung nicht dieses Unicum spiegelt.
    Ich bitte um Entschuldigung fuer mein deutsch.

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