Annelie Wendeberg | Teufelsgrinsen

London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut.

Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt. Dr. Anton Kronberg, Englands führender Bakteriologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Mann absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde.

Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt Kronbergs wahre Identität sofort: eine Frau, die sich als Mann ausgibt, um als Ärztin praktizieren zu können.

Im Gegenzug beginnt Anna – sehr zu dessen Verdruss – Holmes‘ kompliziertes Innenleben zu analysieren. Die beiden ungleichen, doch intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammenraufen, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt …

Es war einmal … Sir Arthur Conan Doyle: * 22. Mai 1859 in Edinburgh; † 7. Juli 1930 in Crowborough, Sussex. Er studierte Medizin in Edinburgh, arbeitete als Arzt und hatte 1884 die Idee: „Ich schreib mal was!“

1887 wurde dann seine weltberühmte Romanfigur „Sherlock Holmes“ geboren, welche ich Verbindung mit Dr. Watson sehr viele Krimifans unendlich glücklich gemacht hat.

Es war einmal … Annelie Wendeberg: Geboren in der ehemaligen DDR mit viel Sehnsucht nach Freiheit, aber dafür null Bock auf Schule. Sie studierte Biologie in Leipzig und lebte danach betreffend Auslandserfahrung kurzzeitig in den USA. Heute gibt sie Workshops für kreatives Wissenschaftsschreiben und hat als Umweltmikrobiologin einen Lehrstuhl an der Universität Leipzig. 2012 hatte sie dann (genau wie Sir Doyle) die Idee: „Ich schreib mal was!“ und begann mit ihrem ersten historischen Kriminalroman mit dem Titel „The Devil’s Grin“ (dt. Teufelsgrinsen), welcher zuerst in den USA und später dann auch in Deutschland veröffentlicht wurde.

Was haben nun diese beiden Menschen aus völlig verschiedenen Epochen miteinander gemeinsam? Ihre Leidenschaft fürs Schreiben und zwar über einen ganz bestimmten Mann: Mr. Sherlock Holmes!

Wendebergs Roman »Teufelsgrinsen« spielt (wie sollte es auch anders sein) im viktorianischen London, wo der angesehene Bakteriologe Dr. Anton Kronberg den Tod eines an Cholera erkrankten Mannes untersucht. Da es sich anscheinend um eine absichtliche Infizierung handelt, wird Scotland Yard hinzugezogen und dabei begegnet Kronberg auch dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes, welcher erst einmal Kronberg als emanzipierte Frau namens Anna entlarvt und dabei erfährt, dass sie sich aufgrund der Tatsache als Ärztin arbeiten zu wollen, dazu gezwungen sah, ein Doppelleben zu führen. Holmes ist beeindruckt, aber auch etwas skeptisch von Kronberg, was ihn glücklicherweise nicht davon abhält, ihr seine Unterstützung anzubieten. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach einer Antwort auf den Vorfall und decken dabei eine Verschwörung auf, welche beide vor große Herausforderungen stellt.

»Teufelsgrinsen« ist natürlich absolut NICHT zu vergleichen mit Doyles Romanen und so mancher Leser wird sich sicherlich die – durchaus berechtigte – Frage stellen: „Warum musste es ausgerechnet Holmes sein?“ Nun ja, erst mal handelt es sich eindeutig um eine Liebeserklärung von Annelie Wendeberg an Mr. Holmes und diese kann man ihr nicht verübeln, da der legendäre Detektive mit Charisma und seinem speziellen Charakter in der Vergangenheit den Leser nur allzu gerne um den Finger gewickelt hat. Wendeberg hat ihn dennoch nicht zum Fokus ihres Romans werden lassen, sondern mit ihrer Hauptfigur Anna Kronberg eine durchaus ebenbürtige Figur erschaffen, welche Holmes in nichts nachsteht.

Die Story ist durchweg spannend und schwächelt nur am Schluss ein wenig, was ich aber jetzt nicht als enorm problematisch empfand. Ich fühlte mich gut unterhalten und mein Krimidurst wurde gestillt. Kann man (bzw. Frau) mehr wollen? I don’t think so!

Fazit: Viktorianischer Charme meets Frauenpower! Eventuell ein wenig gewöhnungsbedürftig aber dennoch lesenswert – und zwar Seite für Seite.

 

Rezension von Stefanie D. Sterl.

 

TeufelsgrinsenTeufelsgrinsen | Erschienen am 13. Februar 2014 bei Kiepenheuer & Witsch
240 Seiten | 14,99 Euro
Leseprobe 

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