Linwood Barclay | Nachts kommt der Tod

Cal Weaver, ein Privatdetektiv, fährt in einer regne­rischen Nacht nach Hause. Auf einem Parkplatz klopft eine junge, nervös wirkende Frau an die Windschutzscheibe und bittet ihn, sie mitzunehmen. Cal hat Bedenken, fährt den Teenager aber zu einer Bar. Ein großer Fehler – denn am nächsten Morgen ist die Anhalterin verschwunden, ihre Freundin wird tot auf­gefunden. Und der Verdacht fällt auf Cal …

»Nachts kommt der Tod« führt uns in eine amerikanischen Kleinstadt, irgendwo zwischen New York und der kanadischen Grenze, in der die Polizei das Gesetz eher als Richtlinie sieht denn als Regelwerk und in der der Bürgermeister und der Polizeichef Machtkämpfe austragen.

Cal und Donna Weavers Sohn Scott ist vor zwei Monaten im Drogenrausch vom Dach des lokalen Möbelhauses gesprungen. Seitdem liegt ihre Welt in Trümmern und Cal versucht mit allen – teilweise nicht ganz lupenreinen – Mitteln, denjenigen aufzuspüren, der seinem Sohn den Stoff verkauft hat, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Cal will Claire, die junge Anhalterin, erst nicht mitnehmen, als sie ihn anspricht, aber als sie sagt, sie kannte Scott, verspricht er sich Informationen von ihr und lässt sie einsteigen.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die Suche nach Claire und deren Freundin Hanna, die später tot aufgefunden wird, sowie um die sich in der obsessiven Suche des Vaters nach dem Drogendealer manifestierenden Schuldgefühle der Eltern nach dem Tod des Sohnes. Es gibt einen zweiten Strang, der uns Rätsel aufgibt: Ein Mann wird offenbar von seiner eigenen Familie in einem Raum gefangen gehalten und darf keinen Kontakt zur Außenwelt haben. Dieser Teil ist kursiv gehalten.

Bis auf eines habe ich Linwood Barclays Bücher immer gemocht und auch das Vorliegende hat mir sehr gut gefallen. Die Story ist gut durchdacht, die Figuren sind plastisch, die Handlung in sich schlüssig und das Ende hat auch die ein oder andere Überraschung zu bieten. Der Leser ermittelt mit und trotzdem gelingt es Linwood Barclay immer wieder, falsche Spuren direkt unter seiner Nase zu legen. Dieses Mal ist sein Hakenschlagen nicht ganz so wild, er hält den Leser mehr damit beschäftigt, die komplizierten Verflechtungen der beteiligten Personen zu durchschauen und nicht den Überblick zu verlieren. Und natürlich herauszufinden, wer denn der Mann im Keller ist! Linwood Barclay lässt uns eine Menge Raum für wildeste Spekulation und der Leser kann seiner unterschwelligen Paranoia fröhlich Ausgang gewähren, denn in einer Stadt mit einer Polizei wie dieser ist alles möglich. Wem trauen und wem besser nicht? Wir wissen es nicht..

Ich vergebe fünf Sterne für sehr gute Krimiunterhaltung.

 

Rezension von Dani Nimz.

 

Nachts kommt der TodNachts kommt der Tod | Erschienen am 2. Juni 2014 bei Droemer Knaur
560 Seiten | 14,99 Euro
Leseprobe

 

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