Volker Klüpfel & Michael Kobr | Grimmbart

Kluftingers neuer Fall führt ihn ins Schloss in Bad Grönenbach, wo ihn allerlei Merkwürdiges erwartet: Die Frau des Barons wurde nicht nur ermordet, sondern auch noch wie auf einem uralten Familienporträt hergerichtet. Auf dem Gemälde ist ein Mann mit seltsam gelben Augen zu sehen. Und der Baron verschwindet immer wieder im schlosseigenen Märchenwald.

Auch privat geht es bei Kluftinger märchenhaft zu: Sein Sohn heiratet, und zur Feier haben sich die Schwiegereltern aus Japan angesagt. Zum Glück lässt Kluftingers Intimfeind Langhammer nicht lange auf sich warten, um dem Kommissar bei dieser kulturellen Herausforderung zu helfen.

Auch im neuesten Roman von Volker Klüpfel & Michael Kobr kommt Kluftinger wieder als DAS Schlitzohr der regionalen Kommissare daher, sowohl im Privaten als auch im Hinblick auf seine Tätigkeit als Ermittler.

Die Handlung findet im Umfeld des „Adels“ statt und beginnt damit, dass Kluftinger durch seinen Lieblingsfeind Langhammer während seines wohlverdienten Feierabends gestört und gebeten wird, zum Schloss des Freiherrn von Rothenstein Grimmbart zu fahren, da dieser sich – völlig aufgelöst – bei ihm gemeldet und von einem Gemälde und einem Foto seiner Frau fabuliert hat.

Widerwillig (und nach Erpressung durch seine Frau) fährt Kluftinger also zum Schloss und findet dort zusammen mit dem Freiherrn zunächst in der Gemäldegalerie statt eines Bildes ein Polaroid-Foto vor. Auf diesem Foto ist die Frau des Barons in einer merkwürdigen Kostümierung zu sehen, die Aufmachung ist dem fehlenden Gemälde nachempfunden. Aufgrund des im Foto erkennbaren Hintergrundes (das Märchenkabinett des Schlosses) begeben sich der Kommissar und der Freiherr dorthin und finden dessen Frau ermordet auf.

Somit hat Kluftinger es nun mit einem Mordfall zu tun, in dem immer mal wieder Bezug auf Märchen und Fabeln genommen wird, was das Ganze nicht einfacher macht. Weitere Rollen spielen ein fieser Verwalter und ein zur Familie gehörender Graf, der auf den Freiherrn und dessen Frau nicht besonders gut zu sprechen ist.

Außerdem tritt im dienstlichen Bereich eine Änderung (eine neue Polizeipräsidentin, zunächst mit Misstrauen beäugt) ein. Im Privaten wird es wegen der Planungen für die Hochzeit seines Sohnes und der im Vorfeld stattfindende Besuch der Brauteltern aus Japan ebenfalls interessant.

Hier erlebt man Kluftinger, wie man ihn liebt: immer im Bemühen, mit Schlitzohrigkeit und wenig Einsatz alles zum (seinem) Besten zu arrangieren, dabei jedoch an seiner Familie scheitert und sich daher notgedrungen mit den Gegebenheiten abfindet. Er schafft es sogar, ein gutes Verhältnis zum Brautvater aufzubauen – anscheinend sind die beiden sich trotz aller national bedingten Unterschiede sehr ähnlich.

Sowohl die Verbrechersuche, bei der er Dank seiner bereits bekannten Intuition mal wieder den richtigen Täter findet, als auch die Begebenheiten im privaten Bereich werden erneut von den beiden Autoren mit viel Liebe zum Detail und einer guten Portion Humor geschildert; es ist also alles wieder vorhanden, was einen guten „Kluftinger“ ausmacht.

Mehr von »Grimmbarts« Handlung will ich gar nicht verraten – es lohnt sich mal wieder, es selbst zu entdecken.

 

Rezension von Monika Röhrig.

 

GrimmbartGrimmbart | Erschienen am 20. September 2014 bei Droemer
480 Seiten | 19,99 Euro
Leseprobe | Buchtrailer

 

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Ein Gedanke zu “Volker Klüpfel & Michael Kobr | Grimmbart

  1. Mh, Kluftinger ist ja so ne Sache für sich. Entweder man liebt diese Krimis – oder man verabscheut sie. Viel dazwischen scheint es nicht zu geben. Ich freue mich, dass Fans wieder voll auf ihre Kosten zu kommen scheinen. Mich indes frustriert dieses Kluftinger-Phänomen schon ziemlich, denn es steht für so ziemlich alles, was ich an Krimis nicht leiden kann: zuviel Lokalkolorit, der die Figuren oft ins Lächerliche zieht; zu wenig Ermittlungen (und wenn, dann schrecklich banal); viel zu viel Privates vom Kluftinger; kleine Welt, kleine Bedürfnisse, klein, klein, klein, banal. Das mag ja unterhaltend sein, weil halt ne Story von „nebenan“ und so, aber mein Lesegemüt hat halt gerne auch noch was zu beißen. Nur Unterhaltung ist mir dann doch nicht genug.

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