Sophie Hannah | Die Monogramm-Morde

1920 erschien der ersten Kriminalroman von Agatha Christie. Jetzt haben die Erben erstmals der Veröffentlichung eines neuen Romans zugestimmt, der die beliebteste Figur der Schriftstellerin wieder zum Leben erweckt.

Die Bestsellerautorin Sophie Hannah ist seit ihrem dreizehnten Lebensjahr ein großer Fan von Agatha Christie: »Es ist Hercule Poirot und Miss Marple zu verdanken, dass ich Krimiautorin geworden bin. Ich fühle mich unendlich geehrt, dass man mir dieses wunderbare Projekt anvertraut hat.«

Hercule Poirot ist – neben Miss Jane Marple – wohl Agatha Christies bekannteste literarische Figur, der erschaffene Inbegriff eines belgischen Privatdetektivs der 1920er Jahre, der seine Berufung zur Perfektion erhob.

Der Bestseller-Autorin Sophie Hannah wurde durch Agatha Christies Erben die Lizenz zur Fortsetzung erteilt. Die Fortsetzung einer literarischen Detektivserie, die zu den berühmtesten der Welt gehört. Angesichts dessen, wird ihr Werk Die Monogramm-Morde sich wohl auch an Agatha Christies Romanen messen lassen müssen, denn diese besonderen Umstände dürften keinem Poirot-Fan verborgen bleiben. Man ist also auch als Leser durchaus geneigt, während des Lesens, immer einen Christie-Unterton wie ein sonores Surren im Ohr zu haben. Doch es wird, wenn ich dieses Bild weiterführe, leiser, denn Sophie Hannah gelingt etwas Erstaunliches: Sie trifft annähernd gleiche Töne wie ihr großes Idol. Und so hatte ich ziemlich bald das Bild meines gewohnten Hercule Poirot vor meinem inneren Auge und las – erstaunt und begeistert – eines seiner Abenteuer.

Zur Geschichte fand ich vorab wenig bis gar keine Informationen. So begann ich Die Monogramm-Morde ohne Inhaltskenntnis und war rasch in einer mysteriösen und nicht leicht zu durchschauenden Geschichte verhaftet, die insbesondere durch die feine Charakterausbildung und die Beschreibungskunst der Autorin glänzt.

Alles beginnt am 7. Februar 1929 im Pleasant’s Coffee House, wohin sich Poirot zurückzieht, wenn er nicht behelligt werden möchte. Eine fremde Frau erregt seine Aufmerksamkeit und nimmt ihn nach einem kurzen Gespräch mit einem abrupten Ende gedanklich sehr ein, denn sie befürchtet ihre Ermordung durch einen Verfolger. Doch noch bevor Poirot etwas Genaues herausfinden kann, ist sie auch schon verschwunden.

Kurz darauf wird er von Inspektor Edward Catchpool, seinem Freund von Scotland Yard – aus dessen Sicht die gesamte Geschichte erzählt wird -, um Hilfe bei einem seltsamen Dreifachmord im Bloxham-Hotel gebeten. Bereits unmittelbar nach seinem Eintreffen macht sich zuerst der Hotelbesitzer durch gehöriges Nervenzerren unbeliebt. Was Hercule Poirot und Edward Catchpool während ihren – getrennten – Ermittlungen jedoch noch alles auszustehen haben, nimmt hier erst seinen Lauf auf.

In drei Zimmern auf drei unterschiedlichen Etagen wurden drei ermordete Personen aufgefunden, die augenscheinlich zur selben Zeit gemeuchelt wurden. Eine Situation, die natürlich wie geschaffen ist für den belgischen Meisterdetektiv. Was er auch bald schon unter Beweis stellt, als er den ersten Zusammenhang zwischen den Opfern herstellt. Wie sich aber alles zutrug und vor allen Dingen die Motiv- und Tätersuche, das stellt den klassischen Kern des Kriminalromans dar, der nicht nur in London sondern auch in einer dörflichen Gemeinde spielt.

Sophie Hannah ist – wie bereits einleitend geschrieben – gelungen, was viele Agatha Christie- und Hercule Poirots-Fans begeistern wird, nämlich ihm einen neuen Fall zu schreiben, der ihn wirklich in seiner Ursprünglichkeit erkennen lässt. Dies samt der wiederkehrenden für Poirot typischen Längen, die seiner absoluten Detailliebe geschuldet sind. Man kann diese Figur eben nicht beliebig ändern, ihr andere Charakterzüge zugestehen, ohne sie bereits durch Kleinigkeiten unglaubwürdig zu machen. Als Leserin freue ich mich, dass ich ihn – Poirot – und keinen anderen in Die Monogramm-Morde erneut erfahren durfte.

Agatha Christie schrieb 33 Romane mit Hercule Poirot – Sophie Hannah Schrieb Fall #34!

Well done, Ms Hannah!

 

Die Monogramm-MordeDie Monogramm-Morde | Erschienen am 9. September 2014 im Atlantik Verlag
336 Seiten | 19,99 Euro
Leseprobe

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Ein Gedanke zu “Sophie Hannah | Die Monogramm-Morde

  1. Hallo Nora,
    deine Vorstellung des neuen Hercule Poirot klingt wirklich gut.
    Da der Detektiv sehr gefühlvoll auferstanden wurde :) , bin ich schon davon überzeugt, dieses Buch zu lesen.

    Schönen 3. Advent.
    Andreas

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