Gert Anhalt | Mordsmäßig schmalzig

»Es ist ein bisschen wie Alaska. Nur ohne Grizzly­bären …« Der hartgesottene Großstadt-Cop Thomas Caspari erleidet einen Kulturschock. Plötzlich muss er als Feld-, Wald- und Wiesenpolizist in Nordhessen Dienst tun. Strafversetzt und mit schweren Dellen in der Seele. Aber kaum hat der ausgebremste Elite-Ermittler seinen Schreibtisch eingeräumt, wird das Fachwerkstädtchen Frankenberg zur Mördergrube.

Der nicht gerade in Würde gealterte Ex-Schlagerstar Henny Winkler findet ein höchst unappetitliches Ende: erstickt mit Schweineschmalz. Unterstützt von den örtlichen Kollegen – der aufsässigen Nadide und dem simpel gestrickten Happel –, stößt Caspari auf finstere Geheimnisse und bringt sich in größte Gefahr …

Thomas Caspari, Hauptkomissar aus Frankfurt, wird versetzt nach Frankenberg, einer Kleinstadt in Nordhessen. Hier soll er auf Weisung seines Vorgesetzten vom LKA eigentlich heimlich eine junge türkisch-stämmige Polizistin ausspionieren. Diese steht im Verdacht, ihrem Bruder, einem international gesuchten Rauschgiftschmuggler, Informationen zuzuspielen, die sie sich auf illegalem Weg beschafft hat.

Kaum in Frankenberg angekommen, muss er jedoch in einem Mord ermitteln. Der Tote ist ein ehemaliger Schlagerstar, aufgefunden in seinem Haus, festgebunden an einem Stuhl mit Friseurlätzchen um den Hals. Todesursache: jede Menge Schmalz im Mund (auf so was muss man erst mal kommen!).

Die Handlung ist überaus vielschichtig und ungemein amüsant geschildert, man könnte es fast schon als Comedy bezeichnen. Besonders witzig fand ich die immer wieder im Rahmen des Geschehens eingestreuten Verweise auf die Texte, die die Schlager des Verstorbenen auszeichneten, meistens total absurde Reime. Hier kommen einem unweigerlich (gilt zumindest für Personen, die sie noch gekannt haben) Fernsehshows wie Dieter Thomas Hecks Schlagerparade und ähnliche in Erinnerung. Aber auch alle anderen dürften ihren Spaß daran haben. Hier hat sich der Autor richtig was einfallen lassen.

Die Idee, einen der Polizisten – der durchaus im Laufe der Ereignisse eine besondere Rolle spielt – in seiner Freizeit als allerdings eher untalentierten Zauberclown auftreten zu lassen, ist mal etwas Besonderes.

Schön fand ich auch die Auflösung, überraschend und im Hinblick auf die Ereignisse sehr zufriedenstellend. Hoffentlich war das nicht der letzte Fall für Kommissar Caspari!

Mein Fazit: Der Schreibstil Gert Anhalts und die Handlung von »Mordsmäßig schmalzig« sind sehr gut, man möchte das Buch am liebsten in einem durchlesen.

Rezension von Monika Röhrig.

Mordsmäßig schmalzig

Mordsmäßig schmalzig | Erschienen am 1. Dezember 2014 bei Droemer Knaur
512 Seiten | 9,99 Euro
Leseprobe

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