Christian Limmer | Saucool

Hauptkommissar Lederer steckt ganz schön in der ­Patsche: Ausgerechnet nach Niedernussdorf wird er, der schönste Polizist Niederbayerns, strafversetzt – und das nicht nur zu seinem eigenen Leidwesen. Mit Schrecken erinnert man sich dort an seine unnachahmlichen Ermittlungsmethoden. Als dann ein »Zuagroaster« in Ganzkörperlatexbekleidung tot aufgefunden wird und Lederer sich zu verlieben droht, bekommt Dienststellenleiterin Gisela Wegmeyer alle Hände voll zu tun. Aus ist es mit der Idylle in Niederbayern. In Niedernussdorf ist der Teufel los!

Hauptkommissar Lederer wurde von Straubing in der Provinz nach Niedernussdorf versetzt. Das ist nicht nur für ihn unfassbar, noch schlimmer finden das die beiden Polizisten Erwin und Richie, die ihn noch in unguter Erinnerung von der letzten Zusammenarbeit haben. Besonders Richie lässt sich da so einiges einfallen, um den Konkurrenten wieder loszuwerden.

Somit hat Gisela, Dienststellenleiterin in Niedernussdorf, die nicht ganz einfache Aufgabe, neben ihrer Ermittlungsarbeit auch noch für Frieden zwischen den Beteiligten zu sorgen.

Wie sich herausstellt, beruht die Versetzung auf der Intervention einer von Lederer befragten, von ihm als Täter in einem Mordfall verdächtigten Person, nämlich dem Großunternehmer Gutsohn. Leider ist jedoch Lederer der einzige, der von Mord spricht, sein Vorgesetzter wertet die Tat als Selbstmord und will von dem Ganzen nichts mehr wissen.

Lederer steigt dann von Niedernussdorf aus mit Unterstützung seiner Kollegin Gisela doch wieder in den Fall ein, zumal sich tatsächlich Verbindungen auftun zwischen Gutsohn und Metzinger, einem Immobilienhändler und Bürgermeister von Niedernussdorf (stirbt ebenfalls kurz nach dem angeblichen Selbstmord) sowie einem weiteren Toten im Ort (sieht zunächst nach einem Unfall bei einer Sadomaso-Beziehung aus).

Alles in allem ist der Plot gut ausgedacht, die Beschreibung der Personen und ihrer Handlungen stimmig und man ist immer wieder gespannt, welche Verwicklungen sich im nächsten Kapitel auftun.

Witzig ist die Schilderung einer Ermittlung, die Gisela – getarnt als neuer Gast – in einen Sado-Maso-Club führt. Hier war der letzte Tote Mitglied. Unterstützt wird sie von Ihrem Freund Ludwig, der – schließlich soll das ganze ja echt aussehen – so einiges über sich ergehen lassen muss. Überhaupt hat Gisela insgesamt pfiffige Einfälle, wenn sie etwas herauskriegen will – immer wieder schön!

Es stellt sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen heraus, dass eine junge Dame, bekannt als Domina im Club, die Tochter von Gutsohn ist. Trotz allem, was von ihr bekannt wird, verliebt sich ausgerechnet Lederer in sie und ist nun hin- und hergerissen zwischen Dienst und privaten Emotionen.

Was dabei im Endeffekt herauskommt, ist für mich allerdings (einziger Wermutstropfen) nicht ganz nachvollziehbar. Man kann nur hoffen, dass der Autor Christian Limmer noch die Kurve kriegt, um uns Lederer und seine Mitstreiter noch in weiteren Romanen nahe zu bringen.

Ich jedenfalls würde ihn, Gisela und ihre Mannschaft vermissen.

Mein Fazit: »Saucool« ist eine gut gemachte bayerische Krimikomödie mit tollen Einfällen. Macht Appetit auf mehr!

 

Rezension von Monika Röhrig.

 

Saucool

Saucool | Erschienen am 2. Februar 2015 bei Droemer Knaur
352 Seiten | 9,99 Euro
Leseprobe

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