Jörg Maurer | Felsenfest

Geiselnahme auf einem Gipfel über dem idyllischen alpenländischen Kurort! Ein maskierter Mann bringt brutal eine Wandergruppe in seine Gewalt. Er stößt Drohungen aus, verlangt nach Informationen. Kurz danach stürzt eine Geisel den Abgrund hinunter. Als Kommissar Jennerwein alarmiert wird, merkt er schockiert, dass er alle Opfer persönlich kennt – aus der Schulzeit. Kennt er womöglich auch den Mörder? Hat der Fall etwas mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun? Während sein Team grantige Geocacher jagt, macht das Bestatterehepaar a.D. Grasegger in Grabgruften und Grundbüchern eine brisante Entdeckung. Jetzt muss Jennerwein alles anzweifeln, woran er felsenfest geglaubt hat …

Jörg Maurer hat bereits im Vor(wurf)wort von Felsenfest mit seinen ehemaligen Klassenkameraden und deren Reaktionen auf eine Anfrage bezüglich eines Vorwortes für sein neuestes Werk angedeutet, wie es in der Handlung weitergehen könnte: sämtliche Personen mit ihren jeweiligen Macken (wer’s glaubt) tauchen so nach und nach auf und werden als eventuelle Täter verwurstet.

In seiner unvergleichlichen Art, einen Plot zu konstruieren, der den Leser immer wieder – insbesondere durch seine literarisch gut durchdachten Schilderungen selbst kleinster Einzelheiten – fasziniert, hat er diesmal das jährliche Treffen von Jennerweins Klassenkameraden in einer Geiselnahme, die anscheinend von einem der Teilnehmer initiiert worden ist, enden lassen.

Nach einer Bergwanderung, die zunächst durchaus harmonisch verläuft, müssen sich bei Ihrer Ankunft auf dem Gipfel alle an dort bereits installierten Eisenhaken mit Handschellen fest ketten und mit einer Lady-Gaga-Maske – die der Geiselnehmer ebenfalls trägt – unkenntlich machen. Ein Kinder-Megaphon, das der Geiselnehmer für seine Ansprachen verwendet und bei denen er seine Gewaltbereitschaft anhand einer Maschinenpistole demonstriert, macht auch seine Stimme unkenntlich. Jede der Geiseln versucht, trotz der bedrohlichen Situation Rückschlüsse auf die Person des Geiselnehmers zu ziehen. Wie sich später herausstellt, lagen alle falsch.

Kriminalhauptkommissar Hubertus Jennerwein, der wie immer an dem Treffen nicht teilnimmt, wird durch eine SMS eines Klassenkameraden informiert, die dieser heimlich abzusetzen versucht (was ihm nicht bekommt). Die SMS gibt Jennerwein jedoch zunächst Rätsel auf. Als er die Bedeutung realisiert, setzt er seine ganze Truppe in Bewegung.

In der Handlung hat er (als Hinweis auf das Tatmotiv) eine Geschichte aus dem Mittelalter eingebaut, die auch das Ehepaar Grasegger, sozusagen um drei Ecken herum, mit einbezieht. Die beiden haben diesmal den tollen Einfall, gemeinsam für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. In dieser Nebenhandlung skizziert Jörg Mauer süffisant das Verhalten von Politikern und Ihren Machenschaften, hier kann der Leser amüsiert Vergleiche zur Realität ziehen.

Jörg Maurer gelingt es auch in diesem Krimi erneut, die Handlung immer wieder zu drehen. Man glaubt als Leser schon, den Täter erkannt zu haben, aber von wegen! Schon ergeben sich neue Gesichtspunkte; der Autor fabuliert, dass es eine wahre Freude ist! Alles in allem ist es erneut eine einfallsreiche, spannende und nicht zuletzt amüsante Geschichte geworden, in der auch die Landschaft des Werdenfelser Landes, in der ja alle Maurer-Krimis spielen, wieder wunderbar geschildert wird.

Wie immer bei einem Jörg-Maurer-Krimi: fängt man einmal an, fällt es schwer, das Buch zur Seite zu legen. Ich hoffe auf ein baldiges Wiederlesen mit der alten Mannschaft und ihren weiteren Erlebnissen.

 

Rezension von Monika Röhrig.

 

felsenfest_montage

Felsenfest | Erschienen am 26. März 2015 bei Fischer Taschenbuch
ISBN 978-3596196975
432 Seiten | 9,99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe | Trailer

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2 Gedanken zu “Jörg Maurer | Felsenfest

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