Ulrich Hefner | Blutinsel

Eine einsame Insel vor der Küste Maines, eine mysteriöse Mordserie und eine alte Legende.

Detective Cathy Ronsted und ihr Kollege Brian Stockwell werden auf die einsame Insel Hell’s Kitchen im Golf von Maine gerufen, um eine mysteriöse Mordserie aufzuklären. Doch die Inselbewohner, verstrickt in Aberglauben und eine schuldhafte Vergangenheit, begegnen ihnen abweisend, ja feindlich. Während die Ermittlungen ins Stocken geraten, fliehen auf dem amerikanischen Festland, 300 Meilen entfernt, vier Schwerverbrecher aus einem Gefängnis. Sie hinterlassen eine Spur aus Blut und Gewalt, die schließlich nach Hell’s Kitchen führt …

In diesem Thriller um einen Serienmord auf einer Insel mit dem passenden Namen „Hell’s Kitchen“ wird Detectiv Cathy Ronsted von der Portland-Police erstmals als leitende Ermittlerin eingesetzt, begleitet von ihrem Kollegen, Brian Stockwell. Bei Ihrem Eintreffen auf der Insel reagiert der dort als eine Art Bürgermeister auf der Insel tätige Logan zunächst erstaunt auf Cathy als zuständigen Kommissar, die nicht nur weiblich, sondern auch noch farbig ist, erklärt sich allerdings sofort zur Mithilfe bereit.

Die Inselbewohner, in der Mehrzahl Fischer und Schafhüter, sind dagegen ablehnend und mehr als skeptisch. Vor allem glauben sie nicht an einen Erfolg der Polizei, da sie in dem Täter, der zunächst einen alten Leuchtturmwärter bestialisch umgebracht hat, den Geist eines Piratenkapitäns vermuten, der angeblich einen Schatz auf der Insel versteckt hat. In ihrem Aberglauben werden sie bestärkt durch eine immer wieder auftauchende Gestalt eines Mannes mit weitem schwarzen Regenmantel und Südwester mit einem Stauerhaken in der Hand. Sie engagieren sogar einen Parapsychologen, der den Ermittlern mehrfach in die Quere kommt.

Im Laufe der Handlung werden immer mehr männliche Einwohner der Insel zum Opfer des Serienmörders. Cathy und ihr Kollege kommen nicht so recht weiter, da die Einwohner sich immer wieder stur stellen und kaum zur Mitarbeit bereit sind. Zudem bereitet ihnen ein immer wieder einsetzender Sturm Schwierigkeiten, da ihr Ermittlungsteam aufgrund dessen zunächst keine Möglichkeit hat, auf die Insel zu kommen.

Cathy Ronsted und ihr Kollege Brian Stockwell stoßen im Laufe ihrer Ermittlungsarbeit auf ein Schiffsunglück, bei dem vor über 30 Jahren ein Schiff vor der Insel in einem Sturm gesunken ist. Der Kapitän des Schiffs wurde als Verursacher des Unglücks bezeichnet, in Wahrheit war jedoch ein falsches Leuchtfeuer von der Insel der tatsächliche Grund.

In einem weiteren Handlungsstrang, bei dem sich zunächst die Frage nach dem Bezug zu den Morden stellt, spielen einige bei einem Gefangenentransport auf dem Festland entkommene Straftäter eine Rolle. Einer dieser Täter schafft es auf die Insel. Er ist durch einen Mitgefangenen, der bei der Flucht umgekommen ist, über einen tatsächlich im Bereich der Insel vorhandenen Schatz informiert, den er mit Hilfe eines auf der Insel lebenden Mitwissers heben will.

Die tatsächliche Auflösung beider Handlungsstränge ist gut gemacht, die Handlung bleibt spannend bis zum Schluss, bei dem Cathy Ronsted auch noch in Lebensgefahr gerät.

Es ist faszinierend, wie der Autor Ulrich Hefner in einem immer schneller werdenden Handlungsablauf die verschiedenen Ereignisse miteinander verbindet, seine Erzählweise ist – trotz der eingebauten Geisterstory – durchaus realistisch und bringt einem die Bevölkerung der Insel so richtig nahe; man fühlt sich hineinversetzt in diese sturmumtoste Insel und die Gedankenwelt der Einwohner.

Fazit: Spannende und teilweise auch humorvolle Erzählweise, lesenswert bis zum Schluss. Unbedingt empfehlenswert!

 

Rezension von Monika Röhrig.

 

Blutinsel+Hintergrund

Blutinsel | Erschienen am 16. Februar 2015 bei Goldmann
ISBN 978-3-442-48176-7
544 Seiten | 9,99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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