Clan | Zehnteilige rabenschwarze Serie ►

Zehnteilige belgische Serie um die fünf Schwestern Goethals, von denen vier beschließen, für das Ableben des ungeliebten Schwagers zu sorgen.

Jean-Claude Delcorps ist ein Schwein! Und zwar ein richtig fieses Schwein. Er lebt den Traum eines jeden Familienpatriarchen und hält eigentlich so ziemlich jeden außer sich selbst für beschränkt. Seine Frau ruft er nur despektierlich Mutti, lässt sich von ihr den Hintern hinterher tragen und verschanzt sich den Rest seiner Freizeit in seinem Heimbüro unterm Dach, wo er keine Minute vergehen lässt, ohne eine Gemeinheit gegen einen verhassten Nachbarn, Geschäftsmann oder Verwandten auszuhecken.

Szenenfoto 7
Jean-Claude Delcorps

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern waren die fünf Goethal-Mädels ein Herz und eine Seele, ein eingeschworener Clan, den nichts und niemand auseinanderbringen konnte. Bis Goedele zum Entsetzen ihrer vier Schwestern den nervtötenden Widerling Jean-Claude heiratet, der mit schlechten Witzen und seinem herablassenden Verhalten schnell den geballten Hass seiner Schwägerinnen auf sich zieht.

Jean-Claudes Frau Goedele entfernt sich immer mehr von ihren vier Schwestern, gegen die er selbstverständlich auch intrigiert! Bibi verlor durch ihn ihr rechtes Auge, Veerle wird mit einer außerehelichen Affäre von ihm erpresst, Bekka verwehrt er einen dringend benötigten Kredit und Eva macht er als Arbeitskollege das Leben schwer. Er schikaniert und zerstört, was und wen er nur kann. Selbst vor seinen eigenen Mutter Hermine – Bekkas beste Freundin – macht er nicht Halt und will sie in ein Altenheim abschieben, wobei sie noch sehr gut alleine lebt. Goedele verschließt die Augen vor den Machenschaften ihres Gatten, beteuert ihn zu lieben und verteidigt ihn vehement gegenüber ihren Schwestern.

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Goedele „Goele“ Delcorps

Um den Familienfrieden wiederherzustellen, fassen Birgit, Eva und Veerle einen „letalen“ Entschluss: Das unliebsame Ekelpaket muss schleunigst aus dem Weg geräumt werden. Doch so viel Einfallsreichtum die Schwestern bei der Planung des Mordes an den Tag legen, so schwierig erweist sich dessen Durchführung. Schließlich gelingt es ihnen nach zahlreichen ungeschickten Mordversuchen, Jean-Claude so zu meucheln, dass es wie ein Selbstmord aussieht.

Die drei Schwestern Eva, Bibi und Veerle planen zunächst zu dritt, Jean-Claude unter die Erde zu bringen. Dabei beweisen sie sehr viel Kreativität in der Methodik. Was allerdings auch von Nöten ist, denn das Ekel ist einfach nicht klein zu kriegen, kommt er doch immer in letzter Sekunde durch einen irren Zufall davon. Bekka wird erst später mit einbezogen, da sie die jüngste ist und auch immer als Nesthäkchen behandelt wird und die Schwesternliebe das Vertrauen überragt.

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Birgit „Bibi“ und Eva

Jedoch tut sich schnell das nächste Problem auf: Die Versicherungsagenten Matthias und Thomas Dewitt, deren Aufgabe die Auszahlung der enormen Lebensversicherung des Dahingeschiedenen wäre – was sie nebenbei auch in den finanziellen Ruin treiben würde -, schöpfen nämlich Verdacht und versuchen hartnäckig, den Schwestern auf die Schliche zu kommen und ihnen den Mord an Jean-Claude nachzuweisen.

Die erste Folge der Serie beginnt mit Jean-Claudes Beerdigung, sodass von Beginn an klar ist, dass er auf eine Art gestorben sein muss. In jeder Folge verschreiben sich die Schwestern erneut dem Plan, den verhassten Schwager zu meucheln, und in jeder Folge versuchen sie es auf eine andere Art und Weise. Das Repertoire reicht dabei von Brandstiftung über Vergiftung bis zu einem fingierten Selbstmordversuch.

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Veerle

In einer dauerhaften Nebenhandlung (November) finden die Ermittlungen der Versicherungsagenten Dewitt statt, welche sich mit den Ereignissen im Sommer 2012 überschneiden, als sich Matthias Dewitt sich gegenüber Bekka bei Jean-Claudes Beerdigung als Bestattungsunternehmer ausgibt und eine Affäre mit ihr beginnt. Es bleibt lange offen, ob er sie nur trifft, um sie auszuspionieren, oder ob er tatsächlich Gefühle für sie hat. Diese Liaison bringt Rebekka jedenfalls in Misskredit bei den anderen drei Schwestern, denn die wittern böse Absichten und befürchten natürlich, dass sie auffliegen. Auf der anderen Seite bekommt Matthias Schwierigkeiten mit seinem älteren Bruder Thomas, weil er die Treffen aus anderen Gründen missbilligt.

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Bekka, Bibi, Eva und Veerle

Die Serie ist rabenschwarz. Sie bietet sehr viele komische Momente und ist doch zugleich ein Aufreger! Jean-Claudes Rolle wird von dem Schauspieler Dirk Roofthooft so perfekt ausgefüllt, dass es schwer vorstellbar ist, dass er in Wirklichkeit vielleicht nicht bloß negative und abstoßende Charaktereigenschaften besitzt. Seine Filmpartnerin Goele alias Inge Paulussen möchte man am liebsten auch pausenlos schütteln und fragen, ob sie noch ganz bei Trost ist, so zu ihrem Mann zu stehen. Die Gefühle beim Anschauen der Serie waren bei mir sehr ambivalent. Clan ist definitiv keine klassische Krimiserie, erfüllt sie mehr die Eigenschaften einer Krimikomödie. Doch wenn man Jean-Claude erträgt, hat man auch viel Spaß. Und man fühlt sich gestärkt und ist heilfroh, wenn der eigene Mann noch nicht einmal annähernd solch ein Schwein mimt!

Die bitterböse Krimiserie Clan wurde 2013 mit zwei flämischen Filmpreisen ausgezeichnet.

Anmerkung: Sowohl der Text auf dem DVD-Cover als auch der Pressetext nennen Veerle als Ehefrau von Jean-Claude. Das ist falsch.

 

Clan_DVD-Cover

Clan | Erschienen am 19. Juni 2015 bei Edel Motion
10 Folgen
4 DVDs | 31,99 Euro
Laufzeit: 513 Minuten
FSK 16
Trailer

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