Charlotte Otter | Karkloof Blue

Greenwashing ist kein Kapitalverbrechen, sondern gängige Praxis in der PR großer Firmen. So pflegt der südafrikanische Papierkonzern Sentinel sein Image als umweltfreundlicher Wohltäter der Region. Nachrichtenredakteurin Maggie Cloete soll eigentlich ihren Schreibtisch hüten und nicht herumschnüffeln. Doch die Journalistin kann Ungereimtheiten nicht auf sich beruhen lassen. Ihre Recherchen zu vom Aussterben bedrohten Schmetterlingen lösen einen Wirbelsturm aus, der alte Leichen und neue Gewalt zum Vorschein bringt. Der zweite Roman um die kompromisslose Reporterin Maggie Cloete zeigt die dunklen Seiten des heutigen Südafrika.

Der Papierkonzern Sentinel plant die Abholzung des Waldgebietes Karkloof 7 in der Nähe von Pietermaritzburg. Der Wald ist allerdings das Refugium einer seltenen Schmetterlingsart, so dass militante Umweltschützer auf den Plan gerufen werden. Für die Journalistin Maggie Cloete ein wichtiges Thema für ihre Zeitung, zumal sich auch ihr Bruder unter den Aktivisten befindet. Doch ihre Chefredakteurin möchte das Thema lieber klein halten, verhandelt die Zeitung doch gerade mit Sentinel über neue Papierpreise. Doch die Ereignisse spitzen sich zu, als bei den Rodungsarbeiten plötzlich sieben verscharrte Leichen aus der Apartheid-Ära gefunden werden.

Die Autorin Charlotte Otter ist ein Exot in der Riege südafrikanischer Autoren, lebt sie doch schon länger in Deutschland und ihre Romane erscheinen zunächst nicht im englischen Original, sondern in der deutschen Übersetzung. Allgemein ist Südafrika in Sachen Krimis ja momentan sehr hip. Das Land bietet ja auch einen großen Fundus an Themen: Extrem heterogene Gesellschaft, unaufgearbeitete Vergangenheit, Korruption, Gewalt, Aids. Und ein bisschen etwas von alledem und zusätzlich noch die Themen Greenwashing und Unabhängigkeit der Medien verwendet auch Charlotte Otter für den zweiten Band um die taffe Journalistin Maggie Cloete. Das ist in seiner Gesamtheit vielleicht einen Tick zu viel gewollt.

Das ist auch mein Hauptkritikpunkt an diesem Krimi, der sich ansonsten flüssig liest und einen interessanten Einblick in südafrikanische Verhältnisse bietet. Lediglich das Ende kam mir ein wenig zu glatt vor. Alles in allem kann sich Karkloof Blue aber durchaus ordentlich in der Riege südafrikanischer Krimis behaupten.

 

Kurzrezension und Foto von Gunnar Wolters.

 

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Karkloof Blue | Erschienen am 7. September 2015 bei Argument Ariadne
ISBN 978-3-86754-209-8
288 Seiten | 13,- Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Das Buch habe ich von Christina von Die dunklen Felle im Rahmen einer Verlosung erhalten.

Weiterlesen: Interview mit Charlotte Otter bei Die dunklen Felle

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