Hannes Nygard | Das einsame Haus

Auf Nordstrand, der idyllischen Halbinsel im Wattenmeer, wird ein brutaler Banküberfall verübt. Kommissar Christoph Johannes und eine Angestellte werden als Geiseln entführt. Eine dramatische Suche nach den Tätern beginnt, denn jede Minute rückt die Gefangenen dem Tod ein Stück näher. Kommt Große Jäger noch rechtzeitig?

Eines muss man dem Autor lassen: seine Liebe zu seiner Heimat lässt sich nicht verleugnen, die Beschreibung der Landschaften bringen sie dem Leser sehr nahe. Leider setzt sich die Faszination nicht bei der Handlung seines aktuellen Romans Das einsame Haus fort. Sie ist zwar spannend aufgebaut, nimmt mich als Leser aber nicht so richtig mit.

Der Plot dreht sich um eine Geiselnahme im Zuge eines Bankraubs, bei der ein Geldbote brutal umgebracht wird, eine der Geiseln ist die einzige (!) Bankangestellte, die andere Kommissar Christoph Johannes, der sich an einem freien Tag kurz vor seiner Pensionierung zufällig in der Bank aufhält. Oberkommissar Große Jäger, der bisherige Partner von Christoph Johannes, muss nun mit dem jungen Kommissar Mats Skov Cornilsen versuchen, den Geiselnehmern auf die Spur zu kommen.

Aufgrund des Anfangs der Story ist die Erwartungshaltung in Bezug auf das, was sich nun abspielen könnte, relativ groß; mich enttäuscht jedoch die weitere Schilderung, insbesondere die Gespräche zwischen den beiden Geiseln erscheinen mir sehr gestelzt und auch mehr oder weniger unwahrscheinlich.

Humor muss auch nicht in jedem Krimi vorhanden sein, aber wenn schon, dann sollte er sich nicht darin erschöpfen, dass der junge Kommissar aufgrund seines Vornamens ständig mit „Hosenmatz“ angesprochen wird. Leicht irritierend fand ich auch den Grund für den Bankraub bei einer Filiale, die laut Beschreibung nicht gerade für üppig vorhandene Geldvorräte bekannt ist; wie sich herausstellt, sind die Bankräuber auf einen Scherz hereingefallen, nun ja.

Um die Spannung aufzubauen, hat der Autor hier einen der Täter mit einer ziemlichen Brutalität ausgestattet, der andere scheint nur ein Mitläufer (mit Migrationshintergrund) zu sein, was den Geiseln aber auch nichts nützt. Ebenso wenig einem älteren Ehepaar, in dessen Titel gebendem Haus die Bankräuber sich verschanzen. Die Ehefrau hat besonders zu leiden, verliert sie doch einen kleinen Finger, den die Räuber zwecks Drohung an die ermittelnden Beamten schicken.
Wie es sich gehört, kommen die Kommissare zwar den Tätern auf die Spur, was sich jedoch zum Schluss ergibt, lässt mich als Leser mit einem großen Fragezeichen zurück.

Fazit: Das war mein erster Kontakt mit dem Autor Hannes Nygaard, die bisherigen Beurteilungen seiner Bücher haben mich mehr erwarten lassen.

 

Rezension von Monika Röhrig.

 

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Das einsame Haus | Erschienen am 25. Februar 2016 im Emons Verlag
ISBN 978-3-95451-787-9
288 Seiten | 11,90 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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8 Gedanken zu “Hannes Nygard | Das einsame Haus

    1. Darfst du. Was soll ich sagen , hab’s ja nicht gelesen. Gebe es gerne weiter. Treffe Monika voraussichtlich am 18. Juni.

    2. Nur Monika oder internes Kaliber.17 Bloggertreffen?
      Macht ihr sowas? Fand ich ja interessant mal Mäuschen dabei zu sein, falls ihr sowas macht. :-)

Gedanken dazu

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