Jörg Maurer | Schwindelfrei ist nur der Tod

Wieder hat Jörg Maurer einen furiosen Plot hinbekommen, es geht diesmal um Diebstähle und ähnliche Verbrechen.

Hoch über dem idyllisch gelegenen Kurort schwebt ein wunderschöner Heißluftballon. Doch ganz plötzlich ist er verschwunden. Vom Winde verweht? Abgestürzt? Oder explodiert? Kommissar Jennerwein und sein Team ermitteln auf windigen Gipfeln und bei aufgeblasenen Lokalprominenten. Doch Jennerwein wirkt bei der Spurensuche nach Unfall oder Mord merkwürdig unkonzentriert, geradezu abgelenkt. Seit langem besucht er heimlich einen mysteriösen Unbekannten im Gefängnis. Was mag der verbrochen haben? Und warum sucht Jennerwein den Rat des Bestatterehepaars a.D. Grasegger? Da taucht der Unbekannte auf einmal im Kurort auf, und Jennerweins gesamte Existenz droht wie ein Ballon zu zerplatzen …

Die Handlung des  aktuellen Alpenkrimis Schwindelfrei ist nur der Tod spielt sowohl in der Gegenwart (eine ziemlich explosiv endende Ballonfahrt) als auch in der Vergangenheit (ein Bankraub im Jahre 1971). Wie sich herausstellt, ist der hier erstmals auftauchende Vater von Kommissar Jennerwein jemand, der sich seinen Lebensunterhalt hauptsächlich mit Diebstahl finanziert hat, eine Verbindung zu dem Bankraub tut sich auch auf, allerdings anders, als zunächst vermutet. Auch das Ehepaar Grasegger darf natürlich nicht fehlen. Die beiden werden doch tatsächlich (natürlich rein privat) von Jennerwein um Hilfe gebeten. Sie sollen Hilfestellung leisten, um Jennerweins‘ Vater mit einer Schocktherapie vom Klauen abzubringen.

Laut dem Autor Jörg Maurer sind Diebstähle – außer bei einigen Ausnahmepersonen – durchaus gesundheitlich vorteilhaft; er schafft es , seinen Lesern in einem Streifzug durch die Landsmannschaften (Ober- und Niederbayern, Franken, Schwaben, Münchnern, Oberpfälzer etc.) deren jeweiligen Verbrechenstyp nahe zu bringen. Am Ende des Buches gibt er allerdings auch Tipps, wie man mit dem Klauen aufhört.

Als handelnde Personen, deren Anzahl sich (natürlich) im Laufe des Buches stark dezimiert, hat sich der Autor wieder besondere Typen einfallen lassen; besonders die Beschreibung der Besatzung des Heißluftballons fördert die Erwartung auf spannende Ereignisse. Das Ende der Geschichte ist mal wieder typisch Maurer! Aber es wird nichts verraten, selber lesen macht mehr Freude.

Jörg Maurer ist es jedenfalls wieder gelungen, mit seinem durchaus literarisch wertvollem Schreibstil sowie Humor und Spannung mich als Leser bis zum Schluss zu begeistern. Die Handlung ist wie immer mit einem Augenzwinkern geschildert, seine bildhafte Sprache (unter anderem vergleicht er den Verlauf der Alpen mit einer dösenden Eidechse. Da muss man erst mal drauf kommen!) ist unverwechselbar, man spürt (trotz manch kritischem Hinweise) die Liebe zu seiner Region.

 

Fazit: Die Qualität seiner Romane ist lobenswerterweise unverändert. Wie immer tolle Einfälle, Spannung und Humor gleichzeitig. Was will man als Leser mehr!

 

Rezension von Monika Röhrig.

 

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Schwindelfrei ist nur der Tod | Erschienen am 27. April 2016 bei Fischer Scherz
ISBN 978–65102-235-5
432 Seiten | 14,99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Rezensionen zu Jörg Maurers Alpenkrimis Felsenfest und Der Tod greift nicht daneben (Nora) | Der Tod greift nicht daneben (Monika)

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