Rita Falk | Leberkäsjunkie

Schluss mit Fleischpflanzerln von der Oma oder mit »Warmen« vom Simmerl – die Cholesterinwerte vom Eberhofer sind so hoch wie die Laune im Keller. Dazu macht die Susi ihm Stress mit dem Sprössling: knallhart durchorganisierte Besuchszeiten, da kennt sie kein Pardon.

Und dann dieser grausame Mord an einem Fremden in der Pension von der Mooshammer Liesl, der mit Brandpaste beschmiert und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde. Warum hatte sich dieser Gast nach Niederkaltenkirchen verirrt? Und warum wollte man ihn so brutal aus dem Weg schaffen? Als ausgerechnet der angolanische Fußballspieler Buengo vom FC Rot-Weiß Niederkaltenkirchen unter Mordverdacht gerät, nimmt der Eberhofer die Ermittlungen auf.

Zuerst muss ich wohl erwähnen, dass dies nicht das erste Buch dieser Begebenheiten um den Franz Eberhofer ist, das ich gelesen habe, daher habe ich sozusagen diesem entgegen gefiebert. Um es direkt zu sagen: dieses Mal wurden meine Erwartungen doch etwas enttäuscht. Rita Falk hat sich für Franz Eberhofer zwar wieder einen spannenden Fall ausgedacht, aber leider kommt das Ganze erst relativ spät in Fahrt.

Es beginnt damit, dass ein Haus abbrennt (das von der Mooshammerin, einer Freundin von Oma Eberhofer, die daraufhin bei den Eberhofers einquartiert wird) und man anschließend in dem Haus, in dem sie auch eine Pension betreibt, die Leiche eines weiblichen Gastes findet. Bis die Ermittlungsarbeiten Fahrt aufnehmen, dauert es allerdings diesmal wesentlich länger als sonst, da zunächst die gesundheitlichen Probleme von Franz (Leberkäsjunkie) – man kann es schon so nennen – relativ breit ausgewalzt werden und auch im weiteren Verlauf der Handlung ziemlichen Raum einnehmen.

Zurück zu dem Mordfall: wie sich herausstellt, hat die Getötete die Gegend für einen eventuellen Hotelbau sondiert, was die Spekulationen bezüglich des Täters (ein Gegner des Hotelbaus?) ins Kraut schießen lässt. Allerdings wird auch der Buengo, seines Zeichens begnadeter Fußballspieler des örtlichen Vereins, aber leider auch derjenige, der den Brand gemeldet hat, verdächtigt und auf Anweisung des Richters verhaftet. Dann taucht auch noch die Mutter der reichen Toten auf, die als Erbin ebenfalls unter Verdacht gerät.

Franz hat es also nicht leicht, aber Rudi ist auch mal wieder mit von der Partie. Der wirkliche Täter ist dann doch eine Überraschung und taucht in der Geschichte auch erst relativ spät auf, die bis dahin angestellten Vermutungen der Leser laufen sozusagen ins Leere (was ja prinzipiell nicht so schlecht ist, spannend soll ein Krimi ja schon sein). Schade finde ich natürlich auch, wie es mit der Susi so weitergeht. Allerdings lässt der Schluss doch wieder ein Türchen zur Hoffnung offen.

Fazit: Autorin Rita Falk  hat bei Leberkäsjunkie Ihrer Fabulierlust in Bezug auf Nebensächlichkeiten etwas zu sehr Raum gelassen, weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen und hätte einiges zur Spannung beigetragen. Hoffentlich findet sie im nächsten Fall zu ihrer bisherigen Hochform zurück.

 

Rezension von Monika Röhrig.

 

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Leberkäsjunkie | Erschienen am 22. Januar 2016 bei dtv
ISBN 978-3-42326-085-8
320 Seiten | 15,90 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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