Nina Malik | Schwarze Federn

Als Marlis Seelers aus einem Albtraum erwacht, muss sie feststellen, dass die Realität tausendmal schrecklicher ist. Ihr Haus wurde verwüstet und mit Teer beschmiert. Als sie den Wintergarten betritt, stockt ihr endgültig der Atem: In einem Nest aus Federn liegt dort ein totes Liebespaar. Während Chefermittler Simon Ackermann der Spur des plötzlich verschwundenen Ehemanns folgt, durchleuchtet seine junge Kollegin Franka Janhsen die scheinbar heile Welt der Familie Seelers. Dort stößt sie auf einen Strudel dunkler Geheimnisse, der sie unausweichlich anzieht. Denn Franka hat mit ihren eigenen Abgründen zu kämpfen …

Nach den Angaben im Buch handelt es sich bei Schwarze Federn um den Auftakt einer neuen Krimireihe mit den Hauptpersonen Franka Janhsen (kein Tippfehler, steht so im Buch) und Simon Ackermann, Kommissare in der Rerricker Mordkommission.

Die Handlung spielt in der „höheren“ Rerricker Gesellschaft, genauer gesagt in und um die Familie des wegen seiner Methoden durchaus umstrittenen Staatsanwaltes Albert Seelers. Dessen Frau Marlis findet, erwacht aus einem Albtraum und auf der Suche nach ihrem Mann, der das Schlafzimmer unbemerkt verlassen hat, im Treppenhaus an der Wand einen Teerstreifen vor, der sie bis in den Wintergarten der Villa leitet. Dort entdeckt sie etwas, dass den vorhergegangenen Albtraum noch um einiges übertrifft. In einem Nest aus Federn liegt ein totes Pärchen, ein sehr junger, fast engelsgleich aussehender Mann und eine Frau, deren Gesichtszüge sie zunächst auch für fast makellos hält, bis sie bemerkt, dass es sich um eine Maske handelt, darunter verbirgt sich allerdings ein Gesicht, dass kaum noch erkennbar ist.

Als Franka und Simon am Tatort eintreffen, ist der Hausherr immer noch nicht aufgetaucht, seine Frau behauptet, dass sie und die Kinder anscheinend mit Schlafmitteln betäubt worden sind. Bei der Untersuchung der Leichen stellt sich heraus, dass die Frau bereits einige Zeit vor dem jungen Mann gestorben ist, ein Selbstmord-Pakt scheidet also aus. Den beiden Kommissaren ist schnell bewusst: der Fall ist mehr als rätselhaft, das Motiv: zunächst unklar.

Im Laufe der Ermittlungen stellt sich dann heraus, dass Marlis Seeler bereits mehrere Jahre wegen Schizophrenie in Behandlung ist, jedoch seit einiger Zeit ihre Medikament reduzierte; könnte dies eine Tat solchen Ausmaßes auslösen? Andererseits: ihr Mann hat vor kurzem mit etwas fragwürdigen Methoden einen Millionärssohn, der als perverser Frauenmörder vor Gericht stand, vor einer Verurteilung bewahrt, Rache könnte also auch ein auslösendes Moment gewesen sein.
Die Frage nach einem Motiv lässt sich also weiterhin zunächst nicht so einfach klären. Zusätzlich kommt noch die Schwester des vermissten Albert Seeler ins Spiel, Ricarda Marino, eine extravagante Veranstaltungsmanagerin, die Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit ihrer Schwägerin äußert, ein junger Mann, der in einer Art Kommune lebt und sich als Freund des getöteten Jungen erweist und eine junge Künstlerin, die seit einigen Tagen nicht mehr in ihrer Künstler-WG in Erscheinung getreten ist.

Franka und ihr Kollege Simon sehen sich im Laufe der Handlung mit äußerst verwirrenden Ereignissen konfrontiert, nicht eben hilfreich erweist sich zusätzlich ein Journalist, der sich allerdings gegen Ende der Handlung in einer mehr als gefährlichen Lage wiederfindet.

Die Autorin hat hier wirklich gute Arbeit geleistet, die Spannung wird von Anfang an hochgehalten und die Auflösung ist doch sehr überraschend und auch für geübte Krimileser nicht so ohne Weiteres zu vermuten.

Fazit: Als Einstieg in eine Krimireihe gut gemacht, mehr davon!

 

Rezension von Monika Röhrig.

 

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Schwarze Federn | Erschienen am 25. April 2016 bei Blanvalet
ISBN 978-3-76450-572-1
480 Seiten | 14,99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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