Jürgen Seibold | Lindner und das schwarze Schaf

„So wie es ausschaut“, begann Bruch nach einer weiteren Pause, „wurde der alte Meißner von Wölfen getötet.“
„Von – Wölfen?“
„Die Obduktion steht natürlich noch aus, und ich bin nicht gerade Experte für so einen Fall, aber der erste Eindruck geht in diese Richtung. Einer der beiden Hunde Meißners ist ebenfalls tot, und drei der Schafe.“
„Aber Wölfe? Hier bei uns?“ (Auszug Seite 12)

Der Sohn des Schäfers Ernst Meißner entdeckt seinen Vater tot inmitten seiner Schafherde. Außerdem sind zwei Schafe und einer seiner beiden Hunde getötet worden. Allen vieren wurde erst in die Kehle gebissen und dann der Bauchraum ausgeweidet. Diese Verletzungen deuten darauf hin, dass es der Angriff von Wölfen war. Die örtliche Polizei beginnt sofort zu ermitteln. Zur Unterstützung wird ihnen Stefan Lindner vom Landeskriminalamt geschickt. Bei der Obduktion fällt dann auf, dass an den Rippen merkwürdige Kerben sind, die nicht von einem Wolf stammen können. Bis auf dieses Detail gibt es keinen Zweifel an der Todesursache. Die Befragungen von möglichen Zeugen ergeben, dass Meißner nicht gerade beliebt in der Nachbarschaft war. Was ist in der Nacht passiert?

Stefan Lindner wohnt in Bad Boll, ganz in der Nähe des Tatorts. Sein Büro beim LKA ist in Stuttgart. Zur Tatzeit befindet er sich gerade im gemeinsamen Urlaub mit seiner Freundin Maria, die ebenfalls bei der Polizei arbeitet. Maria hat eine Wandertour geplant und Lindner hat bereits nach dem ersten Tag starken Muskelkater, deshalb kommt ihm der Anruf seines Chefs ziemlich gelegen. Lindner wohnt mit Maria in seinem Jugendzimmer auf dem elterlichen Hof.

Lindner und das schwarze Schaf von Jürgen Seibold hat mir nur teilweise gefallen. Die Geschichte besteht viel aus typischer Ermittlungsarbeit. Dadurch finde ich, dass die Spannungskurve gerade am Anfang kaum vorhanden ist. Zum Ende hin wurde es besser, da wollte ich dann schon erfahren, wie alles zusammenhängt. Der Protagonist Stefan Lindner ist mir sympathisch. In der Soko der örtlichen Polizei, die er unterstützen soll, trifft er auf einen ehemaligen Kollegen, mit dem er zuletzt nicht so gut zurechtkam. Er lässt sich von seinen Spitzen aber nicht aus der Fassung bringen und arbeitet professionell. Leider wird zum Alter von Stefan nichts geschrieben und auch sonst wird der Kommissar nicht besonders detailreich beschrieben. Das kann damit zusammenhängen, dass es nicht der erste Fall von Lindner ist. Das Buch ist trotzdem in sich abgeschlossen und die Geschichte plausibel.

Jürgen Seibold wurde 1960 in Stuttgart geboren. Er ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt mit seiner Familie im Rems-Murr-Kreis. Seibold arbeitet als Journalist und Buchautor. Er hat bereits mehrere Krimis veröffentlicht, aber auch Musiker-Biografien, unterhaltsame Romane und Theaterstücke. Auf seiner Homepage bietet der Autor außerdem „Mitmachmorde“ an, also eine Krimitour zu originellen Schauplätzen seiner Bücher. Dieses ist der vierte Fall von Kommissar Stefan Lindner.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

 

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Lindner und das schwarze Schaf | Erschienen am 6. Oktober 2016 im Silberburg Verlag
ISBN 978-3-8425-1483-6
288 Seiten | 9,90 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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