Lesung: Anja Behn | Küstenbrut

Am 16. Februar war ich bei der Lesung von Anja Behn zu ihrem Buch Küstenbrut, das bereits im August 2016 veröffentlicht wurde. Auf Facebook bin ich auf diese Veranstaltung gestoßen und da ich im letzten Jahr ebenfalls auf der Lesung zu Anja Behns Debütroman Stumme Wasser in Wustrow war, wusste ich, dass sie gute Lesungen macht. Das aktuelle Buch habe ich vom Verlag dann auch noch ziemlich spontan bekommen, damit ich es gleich signieren lassen kann, wenn ich da bin.

Die Lesung wurde von der Wossidlo-Buchhandlung in Ribnitz-Damgarten organisiert, meine Heimatstadt. Ich bin mit meinem Mann hingefahren und wir haben uns eher zufällig direkt neben die Autorin gesetzt, die auf den Besucherstühlen auf ihren Einsatz gewartet hat. Dort haben wir uns bis zum Beginn wirklich toll unterhalten. Anja Behn hat verraten, dass sie gerade am letzten Kapitel ihres neuen Buches arbeitet. Diesmal geht es nicht um Richard Gruben und es spielt in einem realen Ort. Ihr vierter Küsten-Krimi soll dann die Geschichte um Richard Gruben wieder aufgreifen.

Pünktlich 19 Uhr begann dann die Lesung. Wie ich es schon aus Wustrow von Anja Behn kannte, hat sie auch hier nicht einfach nur vorgelesen, sondern viele interessante Anekdoten, nicht nur zum Buch, angebracht. Das lockert die Stimmung etwas auf und ist für mich vor allem Grund zu einer Lesung zu gehen, denn meistens habe ich die Geschichte vorher schon gelesen und brauche sie nicht erneut erzählt bekommen. Sie hat gesagt, dass ihr erster Küsten-Krimi eher ein „Cosy-Krimi“, also gemütlich, ist und dass sie bei diesem Buch mehr Action und Thrill einbringen wollte, ohne dass es schon ein richtiger Thriller wird. Außerdem ist diese Geschichte rund 60 Seiten länger, denn die Figuren sollten mehr Raum bekommen, besonders das Privatleben von Richard Gruben sollte mehr ausgearbeitet werden.

Die Handlung des Buches findet in dem fiktiven Ort Niederwiek statt und die Autorin meint, dass der Ort vergleichbar mit Graal-Müritz ist. Die Figur der Lena war ein wenig eine Herausforderung für Anja Behn, da sie sich beim Schreiben in ihre Teenagerzeit zurückversetzen musste. Zur Unterstützung hat ihr Sohn den Text gelesen und korrigiert, damit das Mädchen wirklich authentisch wird.

Ganz besonders spannend fand ich, dass Frau Behn erzählt hat, wie das mit dem Schreiben eigentlich so geht. Bei der Lesung in Wustrow hatte sie schon etwas über die Arbeit mit dem Verlag berichtet, was auch sehr interessant war. Aber viele Menschen fragen sie immer wieder, wie man sich das alles ausdenken kann. Frau Behn meint, dass die Idee vielleicht zwanzig Prozent vom Buch ausmacht, der Rest ist Handwerk. Dabei kann man sich zu Beginn daran orientieren, dass zwei Dinge Menschen zu Mördern lassen werden: Geld und Samen (Liebe, Kindheit, Elternhaus).

Anja Behns Ideen kommen ihr übrigens meistens im Alltag. Nach der gefundenen Idee fängt sie an, ihre Krimis nach der 5-Akte-Struktur aufzubauen: Figuren vorstellen, die Figuren gehen aufeinander zu, Höhepunkt ansteuern/Entscheidungen und Konflikte der Personen, Tempo rausnehmen, Fall wird gelöst und alles greift ineinander. Dazu dann noch Cliffhanger, überraschende Wendungen und/oder falsche Fährten, die den Leser zum Mitraten einladen. Wichtig ist außerdem, dass das Motiv des Täters nachvollziehbar ist.

Die Lesung hat mit Autogramme verteilen etwa eineinhalb Stunden gedauert, was ich wirklich angemessen finde. Toll fand ich auch, dass die Buchhandlung etwa nach der Hälfte eine kleine Pause eingebaut hat, in der Lachsspieße und Buttermilchkaltschale serviert wurden. Beides war liebevoll angerichtet und selbst die Papiertüten der Spieße waren mit Fischen beklebt. Schon beim Einlass wurden die Gäste mit Weißwein-Bier-Bowle empfangen, alles ohne Extra-Kosten. Die Betreiberin der Buchhandlung hat gesagt, dass sie etwas zum Thema passendes servieren wollte. Die Autorin hat mir dann zugeflüstert, dass Erdbeeren auch passend gewesen wären. Ursprünglich sollte das Buch auch „Blutrotes Gold“ genannt werden, in Bezug auf den Erdbeerhof in der Geschichte.

Nachdem ich mein Leseexemplar dann signieren lassen habe, sind wir nach Hause gefahren. Es war ein wirklich schöner Abend und ich kann Lesungen von Anja Behn sehr empfehlen!

 

Text und Fotos von Andrea Köster.

 

Weiterlesen: Andreas Rezension zu Anja Behns Küsten-Krimis Stumme Wasser und Küstenbrut

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