Rita Falk | Weißwurstconnection

Ein Luxus-Spa-Hotel öffnet seine Pforten, und die Hälfte der Dorfbevölkerung tobt. Als kurz darauf auch noch eine Leiche ausgerechnet in einer Marmorbadewanne dort liegt, muss der Eberhofer freilich wieder ran. Ganz egal, wie geschmeidig es mit der Susi grad läuft. Leider ist der Birkenberger Rudi momentan ein wenig verpeilt – was den Franz vor eine schwere Entscheidung stellt. Bleibt zu hoffen, dass zumindest er den Überblick behält. Oder verrennt er sich dieses Mal tatsächlich ein bisschen?

In Weißwurstconnection zeigt sich der Eberhofer Franz in seiner altbekannten Form, die im Vorgänger-Fall vorhandenen gesundheitlichen Probleme hat er anscheinend (glücklicherweise) überwunden und haut wieder so richtig auf die Pauke. Auch mit seiner Susi kommt er wieder so richtig gut aus – obwohl vorerst von einer gemeinsamen Wohnung noch nicht die Rede ist.

Das seit langem geplante, von einem Teil der Bevölkerung Niederkaltenkirchens abgelehnte, von dem einflussreichen Teil (Geschäftsleute und Politiker) allerdings befürwortete Hotel mit Namen Heimatwinkel, ein Spa-Hotel vom Feinsten, ist auch endlich fertig. Und genau hier tut sich der neue Fall für den Franz auf: zwei Tage nach Eröffnung findet ein Zimmermädchen in einem der Zimmer einen Toten in der Badewanne. So wie es aussieht, hat dieser schon längere Zeit, anscheinend seit dem Tag der Eröffnung, im Wasser gelegen; aufgrund der Lage des Toten vermutet Franz sofort, dass hier ein Mord begangen wurde.

Bei dem Toten handelt es sich um Manuel Degen, freier Mitarbeiter der Baufirma Blessinger, die für den Bau des Hotels zuständig war. Bei seinen ersten Ermittlungen kann Franz zunächst keinen Tatverdächtigen feststellen, laut der Ehefrau des Toten hat dieser keine Feinde. Das stimmt nicht so ganz. Zumindest belauscht Franz – vor dem Fenster seiner Stammkneipe beim Wolfi – seine Kumpels Simmerl und Flötzinger bei einem Weißwurst-Frühstück mit dem Bürgermeister. Dabei erfährt er, dass diese aus Ärger wegen Benachteiligung durch den Toten, der die Aufträge für die Bauarbeiten erteilt hat, diesem diverse „Streiche“ in Form von Sabotage am Bau spielten und ihn so zu erpressen versuchten. Allerdings kann er sich nicht vorstellen, dass sich seine Kumpel zu einem Mord hinreißen lassen würden.

Aber dann erzählt im der Barmann im Hotel Heimatwinkel von einer schönen Unbekannten mit dunklem Pagenkopf, in Trenchcoat mit roten Stöckelschuhen und Netzstrümpfen, die sich am Abend der Eröffnung mit Manuel Degen getroffen und auf die er anscheinend sehnlichst gewartet hatte. An der Bar hatten die Beiden eine Flasche Champagner geleert, sich anschließend auf dem Weg zum Aufzug allerdings ziemlich lautstark gestritten. Franz erinnert sich an den Fund eines schwarzen Haares im Zimmer des Toten und geht auf Suche nach der Unbekannten. Die Lösung des Ganzen stellt sich dann vollkommen anders da, als zunächst angenommen – ein genialer Dreh des Geschehens.

Rita Falk hat es wieder auf ihre unnachahmliche Art geschafft, einen sowohl spannenden als auch humorvollen Plot aufzubauen, in dem selbstverständlich auch wieder der Birkenberger Rudi, die Oma und die restliche Familie von Franz eine Rolle spielen, nicht zu vergessen sein Sohnemann und die Susi. Was die Susi und die Oma sich allerdings überlegt haben, nämlich ein Familienzusammenzug in einem Doppelhaus – MIT seinem Bruder Leopold (sein Erzfeind, Schreck lass nach) passt Franz gar nicht. Als dann auch noch der Geburtstag von Leopold groß gefeiert wird und Franz‘ „Saustall“ aufgrund der fehlenden Lieferung des Festzeltes als Raum für die Feier herhalten muss, ergreift er mit seinem besten Freund Rudi die Flucht. Ende mit Schrecken und offen! Mit diesem genialen Schachzug endet die Story und lässt den Leser gespannt zurück; was ist denn da passiert und wie geht es weiter?

Fazit: Wieder ein gelungener „Provinzkrimi“ mit der Hoffnung auf eine baldige Fortsetzung.

 

Rezension und Foto von Monika Röhrig.

 

Weißwurstconnection | Erschienen am 11. November 2016 im dtv Verlag
ISBN 978-3-42326-127-2
304 Seiten | 15,90 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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