Kelley Armstrong | Dunkles Omen

Eigentlich wollte ich diese sogenannten Omen vergessen. Sie abstreifen und mir sagen, dass sie nichts zu bedeuten hatten. Nur dass sie eben doch etwas zu bedeuten hatten. All meine aus dem Bauch heraus angestellten Mutmaßungen stimmten mit dem Volksglauben überein. (Auszug Seiten 232 und 233)

Olivia Taylor-Jones ist in einem wohlhabenden Zuhause aufgewachsen, hat englische Literatur studiert, engagiert sich ehrenamtlich und wird bald heiraten. Alles ist perfekt, bis sie durch Zufall erfährt, dass sie adoptiert wurde und ihre wahren Eltern verurteilte Serienmörder sind.

Olivia ist geschockt und flüchtet vor den Journalisten, die sie belagern. Mehr oder weniger zufällig landet sie in Cainsville, dem Ort, in dem ihre Eltern zuletzt gelebt haben. Dort trifft sie auf den Anwalt Gabriel Walsh, mit dem sie nach und nach recherchiert, was vor über zwanzig Jahren passiert ist. Außerdem sieht Olivia merkwürdige Dinge, die sonst keinem anderen auffallen. Sie erkennt Omen.

Übersinnliches

Als ich Dunkles Omen von Kelley Armstrong begonnen habe zu lesen, fand ich den Text auf dem Buchumschlag interessant und habe mir über den Titel gar keine besonderen Gedanken gemacht. Er lässt aber schon die Vorahnung zu, dass es um übersinnliche Dinge oder Fähigkeiten geht. Hätte ich vorher darüber nachgedacht, hätte ich das Buch vermutlich nicht gewählt, weil das eigentlich nicht so mein Fall ist. Das Übersinnliche findet in dem Buch tatsächlich Platz, ist aber so gestaltet, dass es nicht sehr aufdringlich ist. Es geht um Vorahnungen, Glauben und Rituale, meiner Meinung nach aber so, dass es nicht verrückt klingt.

Serienstart

Die Geschichte ist der Auftakt einer neuen Serie und sie bietet etlichen Stoff für noch mindestens drei weitere Teile. Die Handlung liest sich sehr flüssig, es wird aus Sicht von Olivia in Ich-Form geschrieben und ab und zu werden Kapitel von anderen Personen eingestreut, was Spannung erzeugt, da sie Informationen für den Leser preisgeben, die Olivia nicht kennt. Auf dem Buchrücken wird mit überraschenden Wendungen geworben, die habe ich allerdings vermisst. Es werden nach und nach Fakten aufgedeckt, die nicht so sehr vorhersehbar waren, aber an keiner Stelle wurde das Ruder komplett herumgerissen. Gabriel Walsh ist ein ziemlich rücksichtsloser Anwalt, also geht er auch mit Personen, die befragt werden, nicht zimperlich um. Dafür wird er mit seinen eisblauen Augen umso attraktiver beschrieben.

Das Ende der Geschichte

Das Ende hat mir nicht so sehr gefallen, für mich war es teilweise etwas unglaubwürdig. Die Protagonistin finde ich sympathisch und sie handelt für mich nachvollziehbar. Insgesamt bin ich mir noch nicht schlüssig, ob ich auch die weiteren Teile lesen werde, obwohl es mich schon interessiert, wie es weitergeht, was es mit der Kleinstadt Cainsville und den Serienmorden auf sich hat. Und vielleicht auch wegen Gabriel.  Auf jeden Fall war es ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Kelley Armstrong wurde 1968 in Kanada geboren. Sie hat Psychologie und Informatik studiert, bevor sie sich der Schriftstellerei widmete. Bekannt wurde die Autorin bisher durch ihre „Otherworld“-Serie, die bis jetzt 14 Bände, einige Kurzgeschichten und eine Graphic Novel umfasst. Sie hat noch zwei weitere Werke veröffentlicht, am Anfang dieses Buches stand aber, dass es Zeit für etwas neues wurde und das kann ich jetzt nachvollziehen. Kelley Armstrong lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Ontario.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

 

Dunkles Omen | Erschienen am 13. Juni 2017 bei Heyne
ISBN 978-3-453-31857-1
592 Seiten | 10,99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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