Isa Maron | Kalte Brandung

„Wie tief ist das Wasser hier? Zwei Meter? Drei? Vier? In der Mitte verläuft eine Fahrrinne, die von großen Schiffen benutzt wird. Mein Gott, Jesse… Das knallblaue Ding kann nur seine Mütze sein. Kyra zieht ihre dicke Jacke aus und springt in den Kanal. Das Wasser ist so kalt, dass es ihr sofort die Luft aus den Lungen presst.“ (Auszug Seite 15)

In Amsterdam werden mehrere Kinder entführt. Maud Mertens und ihr Team ermitteln in diesem Fall, der sich als ziemlich schwierig herausstellt. Es gibt scheinbar keine Verbindungen oder Zusammenhänge und auch kein richtiges Motiv. Außerdem gibt es fast täglich eine neue Entführung. Die Suche nach den Kindern läuft auf Hochtouren. Warum wurden die Mädchen und Jungen entführt? Und wo sollen sie hingebracht werden? Kann Maud sie noch rechtzeitig finden?

Kyra Slagter ist 19 Jahre alt und vor etwa vier Jahren ist ihre Schwester Sarina spurlos verschwunden. Seitdem sucht Kyra sie, denn Maud kommen immer wieder andere Fälle dazwischen, die in dem Moment dringender sind. Kyras Recherchen bringen sie nach Norderney.

Vier Handlungsstränge

Kalte Brandung von Isa Maron ist der zweite Fall der Nordsee-Morde um Maud Mertens. Der Fall des vorherigen Teils (Kalte Flut) wird immer wieder aufgegriffen, ich konnte es als Leser aber gut verstehen. Die Geschichte wird in vier Handlungssträngen erzählt, die sich in den Kapiteln abwechseln: Die Ermittlungen von Maud, die Erlebnisse der entführten Kinder, Kyras Suche nach ihrer Schwester und Mabel mit der traumatisierten Jane in London. Jane und Mabel haben gar nichts mit diesem Fall zu tun und sind eine komplett andere Erzählung, ohne Anfang oder Ende, einfach ein Teil mittendrin eingestreut. Auch Kyras Suche nach ihrer Schwester fand ich ein wenig belastend, denn immer, wenn es bei Maud spannend wurde, kommt Kyras Kapitel und das fühlte sich bei mir wie ein kleiner „Dämpfer“ an.

Frühere Fälle

Außerdem fand ich es anstrengend, dass bei Maud immer wieder Gedanken zu früheren Fällen aufblitzen, die dem Leser aber so zerteilt mitgegeben werden, dass der gesamte Zusammenhang erst nach und nach hergestellt werde kann. Auch das Privatleben wird so erzählt. Beispielweise denkt Maud immer wieder an Roos, ich wusste aber erst etwa ab der Mitte des Buches, dass das ihre 17-jährige Tochter ist. In diesem Thriller ist nur die Ermittlung der entführten Kinder in sich abgeschlossen, alles andere hatte ihren Ursprung in Teil eins und ich als Leser wurde dazu nicht gut abgeholt. Ich empfehle daher, diese Serie von Anfang an zu lesen, nur den zweiten Teil empfand ich als anstrengend. Die Suche nach den Kindern war aber sehr spannend gestaltet, gerade auch, weil die Entführten selbst zu Wort gekommen sind.

Isa Maron wurde 1965 geboren und ist Autorin mehrerer erfolgreicher Kriminalromane. Ihr Debüt „Passiespiel“ erschien 2008. Im DuMont Buchverlag erschienen bisher alle drei Teile der Nordesse-Morde-Serie.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

 

Kalte Brandung | Erschienen am 21. September 2016 im DuMont Buchverlag
ISBN 978-3-8321-6358-7
398 Seiten | 10.- Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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