Meredith Winter | Blutpsalm

„Dass ihn bei ihrem Anblick sündige Gefühle übermannten, war eine Sache zwischen ihm und seinem Glauben. Denn wie sagte Martin Luther einst: Wie man nicht wehren kann, dass einem die Vögel über den Kopf herfliegen, aber wohl, dass sie auf dem Kopfe nisten, so kann man auch bösen Gedanken nicht wehren, aber wohl, dass sie in uns einwurzeln.“ (Auszug Seite 7)

In dem beschaulichen Dorf Sommerburg im Norden von Deutschland wird vor dem Haus des Pfarrers die Leiche des Bürgermeisters gefunden. Er wurde brutal mit einem Fleischermesser erstochen. Außerdem liegt die Visitenkarte der Prostituierten Marlene auf der Leiche. Der Bürgermeister bleibt nicht das einzige Opfer. Kurz zuvor hat der Pastor Jonathan Marlene zufällig kennengelernt und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Aber ein Pastor und eine Prostituierte? Kann das gut gehen? Was wird die Gemeinde dazu sagen? Und wie hängen die Morde damit zusammen?

Der Sommerburg Verlag

Sommerburg ist noch ein recht neuer Verlag, den die Autorin gegründet hat, um ein etwas anderes Genre zu verlegen, nachdem der Verlagsinhaber ihres bisherigen Verlages Edition Ecrilis verstarb (Quelle: Interview Natascha Wahl). Das Genre nennt sich übrigens Romantic Suspense oder auch Ladythriller und vereint Spannung mit Gefühl. Das fand ich interessant und auch der Klappentext von Blutpsalm klang ansprechend.

Die Blutpsalm Story

Die Geschichte liest sich sehr flüssig und wurde in Kapiteln und Tagen mit Datum untergliedert. Für mich ist es aber mehr Liebesgeschichte als ein Spannungsroman oder Thriller. Zum Großteil geht es um das Kennenlernen von Jonathan und Marlene und ihre flammenden Gefühle zueinander. Dabei kommt auch die Erotik nicht zu kurz. Die Morde rücken eher in den Hintergrund und werden nur ab und zu erwähnt. Spannung empfand ich auf den gut zweihundert Seiten kaum, nur ganz zum Schluss gab es einen kleinen Schockmoment.

Klischees en masse

Das Buch lässt keine Klischees aus: Beide Protagonisten ändern aufgrund dieser Liebe, die so viel anders ist als alles vorher, komplett ihre Wesenszüge und beide blicken auf eine schlimme Vergangenheit zurück. Positiv erwähnen möchte ich aber, dass es nicht zu Missverständnissen kommt, die sich am Ende als nichtig herausstellen, weil keiner von beiden Klartext spricht. Wird ja auch oft genug in solchen Geschichten thematisiert. Durch die Klischees wirken die handelnden Personen meiner Meinung nach unglaubwürdig. Mir gab es in dem Buch auch deutlich zu viele Erotikszenen.

Fazit: Zu viel Liebe und Erotik, zu wenig Mord!

Meredith Winter ist das Pseudonym von Natascha Wahl, der Gründerin des Sommerburg Verlags. Sie hat drei Kinder, schreibt keltische Songs, ist Kino- und Serienjunkie und liest selbst massenhaft Bücher, wie sie auf der Verlagswebseite verrät.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

 

Blutpsalm | Erschienen am 1. September 2017 im Sommerburg Verlag
ISBN 978-3-98187-221-7
208 Seiten | 9,99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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