Charlotte Link | Das Haus der Schwestern

„Ach, das ist nur ein alter Name. Hat sich eingebürgert in der Zeit, als von der ganzen Familie auf Westhill nur noch zwei Schwestern übriggeblieben waren und dort lebten. Beide gibt es nicht mehr, aber irgendwie nennen es immer noch alle das Haus der Schwestern.“ (Auszug Seite 27)

Barbara und ihr Mann Ralph haben über den Jahreswechsel die Westhill Farm in Yorkshire gemietet, um dort in Ruhe über ihre Eheprobleme zu sprechen. Dann kommt es zu einem Unwetter, das Haus schneit ein und das Ehepaar ist auf dem abgelegenen Grundstück von der Außenwelt abgeschnitten. Barbara entdeckt zufällig Aufzeichnungen der ehemaligen Besitzerin Frances, in denen sie ihr Leben in Romanform schildert. Frances hat viel in ihrem Leben erlebt und mitgemacht und hütet außerdem ein Geheimnis…

Zwei Frauen

Barbara ist 37 Jahre alt und eine sehr erfolgreiche und berühmte Strafverteidigerin. Ihr Mann Ralph wird während des Aufenthaltes auf der Westhill Farm vierzig und ist ebenfalls ein sehr guter Rechtsanwalt. Zwischen beiden gibt es seit einigen Jahren eine Ehekrise, da Barbara vor allem ihre Karriere im Fokus hat.

Frances hat fast ihr gesamtes Leben auf der Westhill Farm gelebt. Sie wurde 1893 geboren, hat sich in jungen Jahren für das Frauenwahlrecht eingesetzt und deshalb im Gefängnis gesessen, beide Weltkriege miterlebt und später ganz alleine die Farm bewirtschaftet. Außerdem haben einige Familientragödien ihren Weg gekreuzt.

Hohe Erwartungen

Das erste Buch, das ich von Charlotte Link gelesen habe, war Die Entscheidung. Dieses Buch hat mich so begeistert, dass ich auf einem Flohmarkt drei weitere Bücher der Autorin erworben habe. Das Haus der Schwestern ist eines davon. Ich habe diese Geschichte also mit hohen Erwartungen begonnen und wurde nicht enttäuscht. Der Roman ist nicht ganz so nervenaufreibend wie Die Entscheidung, aber genauso spannend. Ich habe mich ein langes Wochenende von allen Terminen und Verpflichtungen befreit und gelesen, weil ich wirklich wissen wollte, wie es weitergeht. Das Buch hat sechshundert Seiten, von denen aber keine zu viel ist. Die meisten Seiten nimmt die Erzählung von Frances ein. Ab und zu kommen zwischendrin Barbara und Ralph aus dem eingeschneiten Haus zu Wort. Es handelt sich um recht lange Kapitel, die mit dem jeweiligen Datum überschrieben sind.

Eine bewegende Geschichte

Besonders bewegt hat mich der Mut von Frances und die Erkenntnis, wie lang ein Leben ist und wie viel darin geschehen kann. Als Frances im Gefängnis ist, werden sie und die anderen Frauen nicht gerade gut behandelt und trotzdem steht sie die Situation mit eisernem Willen durch, ohne klein beizugeben und das mit nicht mal zwanzig Jahren. In den Kriegsjahren passieren viele schlimme Dinge, Frances Bruder und ihre große Liebe werden zum Wehrdienst verpflichtet und kommen natürlich nicht ohne Folgen wieder und Frances opfert sich für beide auf. Außerdem fand ich die beiden Kriege aus Sicht von England recht interessant, das hat mir einen anderen Einblick verschafft.

Ich freue mich, dass ich noch zwei weitere Bücher von Charlotte Link im Regal stehen habe!

Charlotte Link wurde 1963 in Frankfurt am Main geboren und lebt auch dort in der Nähe. Inzwischen hat sie 27 Bücher geschrieben, wovon 17 verfilmt wurden. Die Autorin hat außerdem eine Jugendbuchreihe veröffentlicht. Die Gesamtauflage ihrer Romane liegt bei über 26 Millionen. Charlotte Link engagiert sich als aktive Tierschützerin bei PETA und für Straßenhunde in der Türkei und Spanien.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

 

Das Haus der Schwestern | Erschienen am 10. Mai 2010 bei Blanvalet
ISBN 978-3-442-37534-9
608 Seiten | 10,99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

Weiterlesen: Andreas Rezension zu Charlotte Links Roman Die Entscheidung.

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2 Gedanken zu “Charlotte Link | Das Haus der Schwestern

  1. Das Haus der Schwestern war das erste Buch, welches ich von Charlotte Link gelesen habe und bisher konnte noch kein anderes Buch diesem das Wasser reichen. Hab jetzt echt Lust bekommen, es nochmal zu lesen. Ist auch schon einige Jahre her.😊
    Liebe Grüße

Gedanken dazu

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