Susanne Ptak | Mord in Leer

„Das bin ich, moin Frau…?“
„Dirksen, Hilka Dirksen. Ich bin Rezeptionistin. Könnte ich Sie vielleicht einen Moment unter vier Augen sprechen?“
Zwar hob Andreas Coordes fragend die Augenbrauen, stand jedoch sofort auf und folgte Hilka in den Flur.
Er kam gar nicht dazu, sie zu fragen, worum es ging, denn Hilka platzte sofort heraus: „Da ist ein totes Mädchen! Im Schwimmbad! Ich weiß nicht, was ich tun soll!“ Nun liefen auch Hilka Tränen über die Wangen.
„Was!?“ Andreas‘ Hals schnürte sich zu. Totes Mädchen!? Er hatte heute Morgen noch keine seiner Nichten gesehen! (Auszug Seite 29)

Josefine, ihre Enkelin Jessica und deren Freund Ralf sind in einem Hotel in Ostfriesland zu einer silbernen Hochzeit eingeladen. Am Morgen vor der Feier findet eine Hotelangestellte im Schwimmbad eine Leiche. Es handelt sich um die 15jährige Marika, eine Nichte des Hochzeitspaares. Da Josefine Pathologin im Ruhestand ist, kann sie gleich vor Ort feststellen, dass das Mädchen nicht durch einen Unfall gestorben ist, sondern erwürgt wurde. Als die örtliche Polizei eintrifft, finden die Beamten auch recht schnell heraus, dass Marika in einem Blog über ihre Mitschüler hergezogen ist und in ihrem letzten Beitrag vor einem Vergewaltiger warnt, mit Hinweis auf den Reitstall, in dem viele Mädchen ihre Nachmittage verbringen. Ist der Eintrag das Mordmotiv?

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Eva Rossmann | Gut, aber tot

Wäre doch eine spannende Geschichte fürs ‚Magazin‘. Damit klar wird, was für Leute das sind. Die werden immer radikaler. Letzte Woche haben sich Aktivisten in San Daniele in Käfige gesperrt, um gegen Prosciutto-Produktion zu protestieren. Und in Süditalien sind welche aufgetaucht, die haben Transparente mit Weiße Scheiße vor einer Büffelmozzarella-Produktion entrollt. Vor den Zoos in Schönbrunn und in Berlin haben sie Flugblätter verteilt: Keine Gefängnisse für Tiere!, Warum hat die Giraffe lebenslänglich?, Was hat der König der Tiere verbrochen? – All so was. (Auszug Seite 6)

Auf dem Tor der Winzerin Martina wurde mit Theaterblut „MÖRDERIN!“ geschrieben. Waren das die V. A.? Eine vegane Vereinigung, von der keiner genau weiß, was die Abkürzung heißt. Sie haben auch schon mit Shitstorm im Internet gegen einen Schweinebauern und anderen radikalen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Mira Valensky beschießt einen Artikel im „Magazin“ zu veröffentlichen, in dem es über veganes Leben geht. Als Mira sich zur Recherche mit Vanessa Frey treffen will, die Mitglied bei GutTier ist und sich für Gnadenhöfe einsetzt, entdeckt sie eine Leiche im Fuchsgehege. Das Gesicht wurde angefressen von den Tieren.

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Manfred Rebhandl | Der König der Schweine

Daran war ich natürlich selbst schuld. Ich wollte ja unbedingt einen Job haben, in dem ich mit Kerlen arbeiten konnte, denn ich mochte Kerle. Ich mochte richtige Kerle wie Johnny aus der Bingobongobar, oder welche, die tagsüber Straßen asphaltieren und nachts schwere Autos fuhren. Solche mit Haaren auf der Brust und keine Sackrasierer. Aber am Bau wollte man mich nicht haben und zum Asphaltieren hatte ich keine rechte Lust. Also blieb mir am Ende nur die Polizei, Abteilung Gewaltverbrechen inklusive Mord. Wie aber hatte ich jemals glauben können, dass mir das Spaß machen würde? (Auszug Seite 12)

In einem Wald bei Wien werden innerhalb kurzer Zeit die Leichen zweier Dunkelhäutiger gefunden. Offenbar ermordet, der Beginn einer Mordserie? Beide waren in einem Flüchtlingsheim untergebracht, in dem einige hemmungslose Gutmenschen ihr Unwesen treiben, wie selbstgemachte Suppen ausschenken und Fashion-Shows veranstalten. Kitty Muhr ist wenig begeistert, dass ihr dieser Fall zugeteilt wird und noch weniger gefällt ihr ihr neuer Partner Ali Khan Kurtalan, der das genaue Gegenteil ihres Männerbildes verkörpert.

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Corinna Kastner | Fischland-Verrat

„Albert Johann Emil Martin Kriemann, geboren 1872 in Bad Doberan, war in seinem ‚ersten Leben‘ Schiffer. Er ging mit sechzehn das erste Mal zur See und kam dabei richtig gut rum. (…) Beim Entladen eines Schiffes fiel Kriemann in den Laderaum und erlitt sehr schwere Verletzungen, die weitere Fahrten unmöglich machten. In den nächsten Jahren begann er zu schnitzen – zuerst kleinere Schiffe, dann wurden die Modelle größer, detailreicher, kunstvoller. Er arbeitete nach Vorbildern, nach Zeichnungen und Rissen, aber auch aus dem Gedächtnis.“ (Auszug Seite 85/86)

An einem ganz gewöhnlichen Tag bekommt Kassandra Voß unerwarteten Besuch von ihrem Ex-Mann Sven Larsen. Er bittet sie um Hilfe. Eine Zeit später entdeckt nachts ein Freund von Kassandra eine tote Frau auf seinem Zeesboot. In der Zeit, in der er zum Hotel in der Nähe läuft, um die Polizei zu rufen, verschwindet die Leiche. Außerdem ist vor einigen Tagen der Hund von Kassandras Nachbarin weggelaufen. Das sind Paul Freese, dem Freund von Kassandra, entschieden zu viele Zufälle. Er nimmt an, dass Sven etwas damit zu tun hat.

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Bernhard Aichner | Die Schöne und der Tod

„Baroni hält einen Pappbecher und hört, was Max über Kattnig erzählt. Er trinkt und kaut. Baroni hat vorgeschlagen, sich mit einem feinen Frühstück zu belohnen für diese denkwürdige Nacht, aber Max hat abgelehnt. Baroni wollte in ein Wiener Kaffeehaus, nachdem sie aus der Notaufnahme gekommen waren, er wollte Sekt trinken mit Max, Rührei essen, Apfelstrudel. Aber Max weigerte sich, er wollte nichts Wienerisches, keinen unfreundlichen Kellner im schwarzen Anzug, keine Kuchenvitrinen, er bestand auf McDonald’s. In der Nähe des Krankenhauses stopfen sie Burger in sich hinein, Pommes, Cola.“ (Auszug Seite 192)

Max Broll sitzt mit seinem Freund Johann Baroni auf der Terrasse und trinkt Wein, als er einen Anruf von Emma Huber, seiner ersten großen Liebe, bekommt. Emmas Schwester Marga hat Selbstmord begangen. Sie ist vom Balkon gesprungen. Und Max soll sie begraben. Max ist der Totengräber in dem Dorf, in dem Marga zuletzt mit ihrem Mann August Horak gelebt hat. Nach der Beerdigung von Marga geht Max mit Emma zum Leichenschmaus und im Anschluss zusammen zu der Wohnung von Max. Mitten in der Nacht fällt ihm auf, dass seine Uhr fehlt. Die hat er vermutlich beim Grab ausheben verloren. Die Uhr hat ihm sein Vater vererbt, er hängt sehr daran. Und er möchte sie unbedingt zurückhaben. Also muss er das Grab erneut öffnen, um nach der Uhr zu suchen. Dabei entdeckt er, dass der Sarg beschädigt ist. Er wurde aufgebrochen. Und die Leiche fehlt. Wer stiehlt denn eine Leiche? Weiterlesen

Simone Buchholz | Blaue Nacht

„Früher war ich oft im Polizeipräsidium. Heute vermeide ich es, hier zu sein. Weil ich dann das Gefühl habe, angeguckt zu werden. Mein Leben ist so was von schlingerig geworden, im Vergleich dazu war ich vor ein paar Jahren nahezu geradlinig unterwegs, obwohl ich schon damals das Gefühl nicht losgeworden bin, permanent aus der Kurve zu rutschen.“ (Auszug aus Blaue Nacht)

Die hier ihren Zustand beschreibt, ist Staatsanwältin Chastity Riley, die beim letzten ihrer eigenwilligen Einsätze überzogen hat. Unerlaubter Schusswaffengebrauch, einem miesen Typen nicht ins Bein, sondern in die Kronjuwelen geschossen. Und den eigenen Chef der Korruption überführt. Jetzt hat man sie zur Opferschutzbeauftragten gemacht, aus dem Verkehr gezogen und in ein Büro verfrachtet, das eher eine Abstellkammer ist bei den Kollegen von den Drogen.

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