Abgehakt | September 2017

Oft fehlt uns die Zeit, alle guten Titel zu besprechen, die man aber doch gerne vorstellen mag. Oder aber es gelingt einem nicht, eine längere Rezension zu verfassen, weil das gelesene Werk einen etwas ratlos zurücklässt. So haben wir uns entschieden, neben den Aktennotizen eine weitere Kategorie einzuführen, und zwar

Abgehakt – Krimis kurz besprochen.

In regelmäßigen Abständen – planmäßig einmal im Quartal – stellen wir euch jeweils mehrere Titel in Form von Kurzrezensionen vor. Manche Titel haben einen  Empfehlungscharakter, andere sind Stoff für Diskussionen. Dazu laden wir ausdrücklich ein.

 

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Jürgen Flenker | Das Rattenorakel

„Ich habe das für euch noch einmal so hingelegt, wie wir es vorgefunden haben. Vielleicht könnt ihr euch einen Reim darauf machen.“
Wende und Rennert staksten zwischen dem Spielzeug hindurch auf die Schlafplätze zu und sahen sich an. Am Kopfende der Matratzen lag jeweils ein Plüschtier, aber es waren keine normalen Kuscheltiere, sondern zwei ziemlich echt wirkende Stoffratten. (Auszug Seite 26)

Polizeihauptkommissar Rigo Wende wird zu einem Fall gerufen, bei dem zwei Kinder entführt wurden. Einfach so am helllichten Tag aus der Wohnung. Statt ihner liegen im Kinderzimmer jetzt Stoffratten. Was hat es denn damit auf sich? Wende und sein Team befragen mögliche Zeugen und Verdächtige, finden aber keine Spur. Aber in den Bäuchen der Plüschtiere war eine Textpassage aus der Sage des Rattenfängers von Hameln. Dann verschwindet noch ein Kind spurlos, bis auf eine erneute Ratte und wieder ein Satz der Sage. Nach dem vierten entführten Kind ergibt sich dann endlich eine Fährte und die führt in die Schulzeit von Rigo Wende zurück.

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Sophie Bonnet | Provenzalische Intrige

Provenzalische Intrige, ein Regionalkrimi aus dem Luberon

Sophie Bonnet (das ist Heike Koschyk) präsentiert im dritten Aufguss ihrer Geschichten aus Sainte-Valérie nicht viel Neues. Wieder wird im „charmanten Dörfchen“ gemordet, diesmal ertrinkt das Opfer nicht wie im ersten Fall im Rotwein-Tank, sondern erstickt im blubbernden chaudron, einem Seifenbottich, in dem die weltberühmte Savon de Marseille entsteht.

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Jussi Adler-Olsen | Selfies

Annelie zog sich aus und legte sich aufs Bett, zitternd und wie berauscht von dem Adrenalincocktail, der ihr durch die Adern schoss, seit sie Michelle im Nordwestviertel überfahren hatte. Für jemanden wie sie, die fast fünfzig Jahre lang als personifizierte Wohlanständigkeit durchs Leben gegangen war, ein völlig neues Gefühl. Woher hätte sie auch wissen sollen, was für einen Kick es einem gab, wenn man sich zum Richter über Leben und Tod aufschwang? (Auszug Seite 147)

Im bereits siebten Fall von Jussi Adler-Olsens Serie um Kommissar Carl Mørck ermitteln die Beamten des Sonderdezernats Q diesmal rund um einen aktuellen Mord. Eine ältere Dame wird in einem Park erschlagen aufgefunden. Verschieden Aspekte deuten auf einen unaufgeklärten Mordfall an einer Grundschullehrerin vor etlichen Jahren hin, die unter ähnlichen Umständen ums Leben gekommen ist. Des Weiteren werden einige junge Frauen überfahren und der Täter beginnt jedes Mal Fahrerflucht.

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Mark Billingham | Die Lügen der Anderen

„Sie ist einfach losgegangen … so muss es gewesen sein … hab schon überall nach ihr gesucht und … sie geht nie weit weg … das würde sie nie machen.“
„Können Sie bitte noch mal die Anschrift wiederholen?“
„Herrgott! Sie müssen sofort herkommen, hören Sie?“
„Bitte versuchen Sie, die Ruhe zu bewahren, Ma’am.“
„Bitte! Sie müssen wissen, dass sie Probleme hat, hören Sie? Sie … sie ist geistig behindert. O Gott … sie vertraut jedem. Verstehen Sie? Einfach jedem …“ (Auszug Seite 75)

Drei britische Paare lernen sich im Urlaub in Florida kennen. Im Pelican Palms Resort verbringen sie eine unbeschwerte Zeit, bis am letzten Tag das spurlose Verschwinden eines kleinen Mädchens aus der Club-Anlage die Urlaubsfreude trügt.

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Rex Stout | Es klingelte an der Tür

„Über Wolfe wundere ich mich nicht. Bei seinem Ego gibt es nichts und niemanden, mit dem er sich nicht gegen Bezahlung anlagen würde. Aber ich staune über Sie. Sie wissen verdammt gut, dass man gegen das FBI nicht gewinnen kann. Nicht einmal das Weiße Haus. Und Sie wollen diese Leute piesacken. Sie legen es drauf an und werden bekommen, was Sie verdienen. Sie sind nicht mehr ganz bei Trost.“ (Auszug Seite 63)

Rachel Bruner, die Erbin eines Immobilien-Imperiums, kauft zehntausend Exemplare des Enthüllungsbuchs „Das unbekannte FBI“ und schickt sie an Entscheidungsträger im ganzen Land. Das FBI ist wenig begeistert und beschattet und hört sie seitdem ab. Das will sie sich allerdings nicht länger bieten lassen und kontaktiert den bekannten Privatdetektiv Nero Wolfe. Eigentlich ist der Fall aussichtslos, wie sollte Wolfe dem FBI Paroli bieten können?

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