C. R. Neilson | Das Walmesser

Ich starrte auf das Messer und wünschte, es würde einfach wieder verschwinden. Ich wünschte, ich könnte mich erinnern, woher ich es hatte. Wozu es gebraucht worden war.
Auf dem Dalavegur – der Straße, die ich gerade entlangging- fühlte ich mich plötzlich viel zu exponiert. Das blutbesudelte Messer in der Hand, stand ich auf dem Gehsteig und konnte nur erahnen, an wie vielen Gardinen bereits gezupft wurde, da meine Schritte durch die Nacht hallten. (Auszug Seite 13)

Böses Erwachen

Der Krimi Das Walmesser des schottischen Schriftstellers C.R. Neilson entführt uns auf die Färöer, ein zu Dänemark gehörendes Archipel von 18 Inseln im Nordatlantik. Hier in der Hauptstadt Tórshavn wacht der Ich-Erzähler John Callum nach einer durchzechten Nacht im Freien auf. Er liegt in einem desolaten Zustand auf einem der Steinklötze am Hafen und ist nicht in der Lage, sich vollständig an den vorherigen Abend zu erinnern. Das blutverschmierte Messer in seiner Tasche kann er sich überhaupt nicht erklären und ist schockiert, als er von einem Mord erfährt. Auf den Färörern, mit einer extrem niedrigen Kriminalitätsrate von nur einem Mord in den letzten dreißig Jahren, ist ein Mensch erstochen worden.

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Tim Erzberg | Hell-Go-Land

„Es ist verrückt: Dieses Stück Land liegt mitten im Meer und alles ist unendlich weit, das habe ich so vermisst. Aber kaum geht man ein paar Schritte, kommt man schon an ein Ende der Insel. Klaustrophobie und Grenzenlosigkeit in einem, man macht sich das nicht vor, wenn man nicht hier ist.“ (Auszug Seite 163)

Anna Krüger nimmt die Stelle als stellvertretende Dienstellenleiterin der Polizei auf Helgoland an. An ihrem ersten Arbeitstag erhält sie ein Päckchen mit einem abgetrennten Daumen. Was hat das zu bedeuten? An den folgenden Tagen bekommt Anna weitere makabere Botschaften. Da Helgoland wegen einem schweren Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten ist, können sie und ihre beiden Kollegen keine Hilfe vom Festland erwarten und ermitteln mit den eingeschränkten Mitteln der Insel auf eigene Faust. Alles deutet darauf hin, dass bald ein Mord geschehen wird und dass dieser Fall mit Annas Vergangenheit zu tun hat.

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Corinna Kastner | Bodden-Tod

„Ein Dorf außerhalb eines Dorfes – vier alte Gehöfte zwischen silbrigem Bodden und dahingleitenden Zeesbooten auf der einen und weiten Feldern auf der anderen Seite, eine Welt für sich, eine Welt, die aus der Zeit gefallen war.“ (Auszug Seite 411)

Greta Sievers übernimmt den Auftrag, eine Biografie über den Maler Carl Röwer zu schreiben. Dazu zieht sie nach Wustrow auf die Ostsee-Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zu dem Enkel des Malers, Matthias Röwer. Als sie mit der Arbeit beginnt, fallen Greta immer mehr Ungereimtheiten in der Familiengeschichte auf und schnell ist die Neugier geweckt. Was steckt dahinter und ist dieses Geheimnis wirklich so brisant, dass man womöglich über Leichen geht, damit es nicht an die Öffentlichkeit gelangt?

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Antonin Varenne | Die Treibjagd

Der Alte fuhr einen uralten verbeulten und schmutzigen Citroën C15. Er stieg aus und richtete sich langsam auf. Schon ein halbes Jahrhundert trug er diese kakibraune Kunststoffhose, wasserdichte Stiefel und dieselbe Arbeitsjacke. […] Dennoch wussten diejenigen, die ihn kannten, Bescheid: Paul Courbier war der schlauste und durchtriebenste Geschäftsmann der Region, vergleichbar nur mit dem alten Messenet. Die beiden Alten hatten die Hälfte der kleinen Höfe der Gegend aufgekauft. Paul Corbiers Wort, so hieß es, war nur in einem einzigen Fall von Wert: wenn er geschworen hatte, jemandem den Garaus zu machen. (Auszug Seite 85)

Eine kleine Stadt im Zentralmassiv: Zwei rivalisierende Familienclans kontrollieren das Gemeinwesen. Nur wenige sind nicht einer der beiden Seiten zuzuordnen, unter anderem der Revierjäger Rémi Parrot. Mit dem Verschwinden eines Umweltschützers und Freund Parrots kurz vor der jährlichen Treibjagd wird eine Kette an Ereignissen in Gang gesetzt, die den Ort bis in die Grundfesten erschüttern werden.

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Elisabeth Hermann | Schattengrund

„So lange haben wir uns nicht mehr gesehen. Als Kind warst Du oft bei mir und hast mein Haus mit Lachen und Freude erfüllt. Es trägt zwar den Namen ‚Schattengrund‘, aber wenn Du da warst, schien die Sonne in allen Räumen. Nichts wäre schöner, als dieses Haus in Deine Hände zu legen.“ (Auszug Seite 18)

Nico traut ihren Ohren nicht: sie hat das Haus ihrer Tante Kiana im Harz geerbt. Sie bekommt es aber nur, wenn sie drei Rätsel löst, die mit einem alten Besen, einem Stein und einer halben Postkarte zu tun haben. Nicos Eltern halten das für einen schlechten Scherz und schlagen das Erbe stellvertretend für die noch nicht volljährige Tochter aus. So ganz kann sich Nico damit nicht abfinden und reist deshalb heimlich in den Harz um sich das Haus „Schattengrund“ anzusehen.

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Amy Gentry | Good as Gone

„In einer smarten Parallelmontage deckt Amy Gentry in ihrem Debütroman finstere Geheimnisse auf und gibt ihrer Geschichte eine verblüffende und einigermaßen erschütternde Wendung.“ (Literatur Spiegel am 17. März 2017)

Good as Gone ist das Erstlingswerk von Amy Gentry, was man jedoch kaum glauben kann, so ausgefeilt sind die Handlungsstränge des Plots. Am Beginn der Handlung steht die nächtliche Entführung der zu diesem Zeitpunkt 13-jährigen Julie aus ihrem Elternhaus in Houston. Weiterlesen