Klaus-Peter Wolf | Totenstille im Watt

Er ist der Arzt in Norddeich, dem die Menschen vertrauen. Ein Doktor aus Leidenschaft. Er behandelt seine Patienten umfassend. Kümmert sich rührend nicht nur um ihre Wunden, sondern nimmt sich auch ihrer alltäglichen Sorgen an. Hört ihnen zu. Entsorgt auch schon mal einen brutalen Ehemann. Verleiht Geld, das er nicht hat. Keiner weiß, dass er ein Mann mit Vergangenheit ist. Einer anderen Vergangenheit, als manche sich das vorstellen. Der jetzt mit neuer Identität ein neues Leben lebt. Wer ist dieser Dr. Sommerfeldt? (Verlagsinfo)

Aus einem Unternehmer, der in die Insolvenz rutscht, weil er die geschäftlichen Praktiken zur Auftragseinholung (= Bestechung), die sein Vater noch für angemessen hielt, nicht mitmachen will, wird ein Serienkiller ohne schlechtes Gewissen. Doch zunächst lässt er sein altes Leben, genauer gesagt das insolvente Unternehmen, seine gefühlskalten Eltern und seine Frau, die hinter seinem Rücken bereits die Scheidung eingereicht hat, hinter sich.

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André Pilz | Man Down

Oh ja, Florian, ich liebe den Kick, den Rausch. Er hält mich am Leben und macht mich kaputt. Mit jedem Rausch verliere ich ein Stück meiner Seele und meiner Kraft und meines Willens. Verliere ich einen Teil meiner Lebensfreude. Das ist eine Kapitulation auf Raten. Der Rausch ist verlogen und hinterlistig. Er gaukelt mir vor, lebendig zu sein, voller Leidenschaft und Feuer, und ich glaube ihm, und wenn ich dann wieder runterkomme, wird mir klar, dass ich nur zu einem billigen Porno gewichst habe und dass die heiße Braut nur auf dem Bildschirm existiert.
Ich glaube nicht, dass ich Schmerz jemals ohne Drogen ertragen werde können.
Ich wünschte, ich wäre stärker, aber ich weiß, ich bin es nicht.
Ich ergebe mich lieber den Drogen als dieser Welt (Auszug Seite 100)

Kai Samweber ist gelernter Dachdecker, doch in seinem Beruf wird der Mittzwanziger nach einem Sturz vom Dach wohl nie mehr arbeiten. Seine körperlichen Beschwerden ertränkt er in Alkohol und Drogen. Hinzu kommen auch Geldsorgen. In Erwartung des ihm zugesagten, noch ausstehenden Lohns leiht sich Kai einige tausend Euro bei den zwielichtigen Brüdern seines besten Kumpels Shane. Doch sein alter Chef zahlt nicht, meldet Insolvenz an und Kai hat nun ein echtes Problem. Er muss als Drogenkurier seine Schulden abarbeiten.

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Eva Almstädt | Ostseejagd

„Im Wald. Ach, es ist schrecklich! Es war doch ihre erste Jagd! Sie hatte sich so darauf gefreut. Und dann stolpert sie im Gudower Forst mutterseelenallein über eine Leiche.“ (Auszug Seite 162)

In Dörnitz an der Ostsee findet der Hotelinhaber Robert Jensen eine tote Frau am Strand. Das Gesicht der Leiche wurde brutal zerstört, sodass man nicht erkennen kann, um wen es sich handelt. Pia Korittki und ihr Team fahren sofort in das beschauliche Seebad und beginnen mit den Ermittlungen. Außerdem bekommt es Pia mit einem Stalker zu tun, der ihr auflauert und sie scheinbar umbringen will. Auch hier erweist sich die Polizeiarbeit als schwierig. Dann taucht eine zweite Leiche auf. Haben beide Tote etwas miteinander zu tun? Und kann Pia ihrem Verfolger entkommen?

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Mini-Themenspezial | Ruhrpottkrimis

Willkommen im Ruhrgebiet – „hier, wo das Herz noch zählt, nicht das große Geld.“ (Herbert Grönemeyer, Bochum)

Schon in meiner langen Krimi-Mainstream-Phase konnte ich mich für deutsche Regionalkrimis nicht so recht begeistern. Das hat sich, seitdem ich tiefer ins Genre eingetaucht bin, eher noch verstärkt. Zu oft ist das sprachliche Niveau überschaubar, die Figuren klischeehaft, der Humor bräsig, die Handlung vorhersehbar und touristische oder gar kulinarische Aspekte dominieren. Aber man tut einigen Autoren und Werken des Genres sicherlich bei dieser Pauschalierung auch Unrecht. Deshalb habe ich mir gedacht, ich probiere es doch nochmal. Und als Region ausgewählt habe ich mir das Ruhrgebiet – hier kann man sich wenigstens sicher sein, dass Tourismus und Gastronomie eher keine Hauptrolle spielen…

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David Lagercrantz | Verfolgung Bd. 5

Gesellschaftskritik als Kriminalroman

Der Beginn des Romans schließt an die Ereignisse des Vorgängers Verschwörung an, in dem Lisbeth Salander in größter Gefahr einem hochbegabten autistischen Jungen das Leben rettete und den Mörder seines Vaters aufspürte. Ihr nicht ganz legaler Einsatz brachte ihr eine Verurteilung zu zwei Monaten Gefängnis wegen „widerrechtlicher Eigenmacht“ und grober Fahrlässigkeit ein, auch weil sie während der Verhandlung bockig schwieg und nicht in Berufung gehen wollte.

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