David Lagercrantz | Verfolgung Bd. 5

Gesellschaftskritik als Kriminalroman

Der Beginn des Romans schließt an die Ereignisse des Vorgängers Verschwörung an, in dem Lisbeth Salander in größter Gefahr einem hochbegabten autistischen Jungen das Leben rettete und den Mörder seines Vaters aufspürte. Ihr nicht ganz legaler Einsatz brachte ihr eine Verurteilung zu zwei Monaten Gefängnis wegen „widerrechtlicher Eigenmacht“ und grober Fahrlässigkeit ein, auch weil sie während der Verhandlung bockig schwieg und nicht in Berufung gehen wollte.

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Richard Flanagan | Die unbekannte Terroristin

Sie hatte gerade ein Schuhgeschäft verlassen und stand wieder in der Mall, als sie eine riesige Videowand vor einem Elektronik-Großmarkt bemerkte. Eine Menschenmenge verließ das Stadion in Homebush, es musste sich um den Bombenfund vom Vortag handeln. Dann kam ein geöffneter Kinderrucksack ins Bild, in der Nahaufnahme war der Sprengsatz deutlich zu erkennen. Aber erst, als bewaffnete Polizisten vor Tariqs Wohngebäude in Deckung gingen, schenkte die Puppe der Videowand ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. (Auszug Seite 99)

Geplanter Anschlag im Stadion

Die Bevölkerung von Sydney leidet unter einer Hitzewelle, als im Olympiastadion drei nicht gezündete Bomben gefunden werden. Gina Davies, die als Stripteasetänzerin in einem Club ihr Geld verdient und von allen nur „Die Puppe“ genannt wird, stürzt sich in die Feierlichkeiten des Mardi Gras, des Faschingsdienstags. Hier lernt sie den gut aussehenden, arabisch-stämmigen Tariq kennen und verbringt die Nacht mit ihm in seiner Wohnung. Am anderen Morgen ist Tariq verschwunden und in den Fernsehnachrichten werden neue Erkenntnisse über die Bomben im Olympiastadion gesendet.

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Didier Daeninckx | Bei Erinnerung Mord

„[…] Ich erzähle Ihnen das alles, Inspecteur, obwohl es offiziell nie passiert ist. Keinerlei Beweise. Keinerlei Spuren dieser 48 Leichen: Die Gerichtsmedizin hat für jeden einzelnen Todesfall eine reale und plausible Ursache gefunden. Ab in die Versenkung der Geschichte. Und es ist für alle Welt besser , daß sie auch dort bleiben! Kommen Sie nicht auf die Idee, die wieder ans Licht zu zerren; die werden es wie Dracula machen und mit ihrem Blut zu neuem Leben erwachen.“ (Auszug Seite 94)

Der junge Historiker Bernard Thiraud aus Paris recherchiert im Stadtarchiv von Toulouse. Als er abends das Archiv verlässt, wird er auf dem Weg ins Hotel erschossen. Inspektor Cadin tut sich extrem schwer bei seinen Ermittlungen, da er zunächst kein Motiv erkennen kann. Doch dann findet er heraus, dass zwanzig Jahre zuvor auch der Vater des Opfers, der Geschichtslehrer Roger Thiraud, während der Demonstrationen gegen den Algerienkrieg erschossen wurde.

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Abgehakt | September 2017

Oft fehlt uns die Zeit, alle guten Titel zu besprechen, die man aber doch gerne vorstellen mag. Oder aber es gelingt einem nicht, eine längere Rezension zu verfassen, weil das gelesene Werk einen etwas ratlos zurücklässt. So haben wir uns entschieden, neben den Aktennotizen eine weitere Kategorie einzuführen, und zwar

Abgehakt – Krimis kurz besprochen.

In regelmäßigen Abständen – planmäßig einmal im Quartal – stellen wir euch jeweils mehrere Titel in Form von Kurzrezensionen vor. Manche Titel haben einen  Empfehlungscharakter, andere sind Stoff für Diskussionen. Dazu laden wir ausdrücklich ein.

 

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Rex Stout | Es klingelte an der Tür

„Über Wolfe wundere ich mich nicht. Bei seinem Ego gibt es nichts und niemanden, mit dem er sich nicht gegen Bezahlung anlagen würde. Aber ich staune über Sie. Sie wissen verdammt gut, dass man gegen das FBI nicht gewinnen kann. Nicht einmal das Weiße Haus. Und Sie wollen diese Leute piesacken. Sie legen es drauf an und werden bekommen, was Sie verdienen. Sie sind nicht mehr ganz bei Trost.“ (Auszug Seite 63)

Rachel Bruner, die Erbin eines Immobilien-Imperiums, kauft zehntausend Exemplare des Enthüllungsbuchs „Das unbekannte FBI“ und schickt sie an Entscheidungsträger im ganzen Land. Das FBI ist wenig begeistert und beschattet und hört sie seitdem ab. Das will sie sich allerdings nicht länger bieten lassen und kontaktiert den bekannten Privatdetektiv Nero Wolfe. Eigentlich ist der Fall aussichtslos, wie sollte Wolfe dem FBI Paroli bieten können?

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Jérôme Leroy | Der Block

„Scheiße, Stanko, wach auf! Der gesamte Block lässt dich fallen. Wir stehen kurz davor, an die Regierung zu kommen, mein Junge. Ist dir das klar? Darauf warten wir seit fast fünfundvierzig Jahren. Alle. Und wenn wir, um die letzte Stufe zu erklimmen, einen der Unsrigen opfern müssen, selbst wenn du das bist, Stanko, wird keiner lange zögern.“ (Auszug Seite 68)

In Frankreich brennen die Vorstädte, seit Monaten gibt es schon blutige Unruhen, die TV-Sender blenden sogar inzwischen einen Live-Bodycount ein. Die konservative Regierung wird der Situation nicht mehr Herr und bricht mit einem Tabu – sie führt Koalitionsverhandlungen mit dem rechtsextremen Bloc Patriotique. In der Nacht der Verhandlungen sind zwei Männer ganz allein: Antoine Meynard, Ehemann der Parteivorsitzenden und Anwärter auf ein hohes Amt in der neuen Regierung, und Stéphane Stankowiak, Sicherheitschef des „Block“ und nun in Ungnade gefallen.

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