Eric Ambler | Doktor Frigo

„Wenn du in einem Ölkonsortiums wärst, Ernesto, und vorhättest, Milliarden von Dollar in eine Kaffeerepublik zu investieren, würdest du die Regierung dann nicht genau unter die Lupe nehmen, bevor du dich entscheidest?“
„Vermutlich.“
„Und wenn du siehst, dass ein paar Grundbesitzer das Land mit Hilfe kleiner Gangster beherrschen, die sich als Miliz kostümieren, und dass die Inflationsrate bei achtzig Prozent liegt – was würdest du dann machen?“
„Die CIA bitten, eine neue Regierung einzusetzen, schätze ich.“ (Auszug Seite 75)

Die CIA spielt dann zwar nur eine Nebenrolle in dieser Geschichte, aber es finden sich andere Dienste, die nur allzu gerne übernehmen. Aber der Reihe nach: Ernesto Castillo ist Arzt auf einer französischen Antilleninsel. Seine Heimat ist ein fiktiver mittelamerikanischer Staat, der von einer Militärjunta regiert wird. Sein Vater war dort Oppositionsführer mit großen Aussichten auf den Präsidentenposten, bevor er vor zwölf Jahren bei einem Attentat ums Leben kam. Seitdem war Ernesto nicht mehr in der Heimat, hat Medizin studiert und hegt keinerlei politische Ambitionen. Doch nun soll er plötzlich als Leibarzt und Spitzel fungieren, denn ein ehemaliger Weggefährte seines Vaters ist auf die Insel gekommen, offenbar protegiert vom französischen Geheimdienst, und es werden Pläne geschmiedet, in der Heimat wieder die Macht zu übernehmen.

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Christian von Ditfurth | Zwei Sekunden

Die Terroristen waren vom Fach. Trotzdem würde es ihnen schwerfallen, Bierbauer zu töten. Niemand wusste, in welchem Hotel er übernachtete. Niemand wusste, welche Route sein Wagen fuhr. Keine Chance, den Job mit einer Bombe zu erledigen. Wenn er den gepanzerten Wagen verließ, dann in einer kurzfristig gesperrten Tiefgarage und umgeben von Personenschützern. Keine Chance für einen Schützen. So dämlich die Fahrzeugwechsel waren, so wirksam war der sonstige Schutz. Merkow sah es sofort, wenn er es mit Profis zu tun bekam. […]
Sie hatten sich rund ums Adlon aufgestellt. Waren nicht in den Wagen sitzen geblieben. Hatten Betriebsamkeit vorgetäuscht. Einer ging einkaufen, die andere bummelte zum Brandenburger Tor. Schließlich wollten sie das BKA nicht auf sich aufmerksam machen.
So war Bierbauer doppelt geschützt. Aber es nützte ihm nichts. (Auszug Seite 223-224)

Staatsbesuch in Berlin: Die Kanzlerin begrüßt den russischen Präsidenten am Flughafen. Die Fahrzeuge machen sich auf den Weg ins Stadtzentrum, als eine Detonation die Kolonne erschüttert. Einer der Wagen wird völlig zerstört, vier Menschen sterben. Der Wagen mit Kanzlerin und Präsident ist nur knapp davon gekommen. Helle Aufregung aller Orten, ein Taskforce wird gegründet. Außerdem erhält noch jemand den Auftrag zu ermitteln – der eigenwillige Hauptkommissar Eugen de Bodt.

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Ross Thomas | Porkchoppers

Kensington nickte. „Naja, das ist gut, ich meine, es ist gut, daß sie es wissen. Aber es gibt eine Sache an Ihnen, die mir gefällt, Al.“
Etheridge bewegte sich mittlerweile Richtung Tür. „Was?“
„Sie haben mir keinen Vortrag darüber gehalten, daß das Weiße Haus sich nicht in so etwas Mieses verwickeln lassen könnte, wie ich es Ihnen gerade erzählt habe.“
„Nein.“
„Wissen Sie, warum mir das gefällt?“
„Warum?“, sagte Etheridge, die Hand am Türknauf.
„Weil ich gerade ein verdammt gutes Frühstück zu mir genommen habe, und ich wollte nicht alles auf den Boden kotzen.“ (Auszug Seite 127)

Bei einer der größten amerikanischen Gewerkschaften stehen die Zeichen auf Wahlkampf. Der amtierende Präsident Donald Cubbin hat erstmals einen ernstzunehmenden Herausforderer, den Schatzmeister Sammy Hanks. Beide sammeln ihre Truppen und Ränkespieler hinter sich und rüsten sich für einen harten, erbarmungslosen Wahlkampf. Und irgendjemand hat einen Killer auf Cubbin angesetzt.

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Giancarlo De Cataldo & Carlo Bonini | Die Nacht von Rom

Hinter den abgedunkelten Scheiben des schwarzen Audi A6 beobachtete Sebastiano Laurenti, wie die Stadt im Chaos versank. Rom brannte. Vor fünf Tagen hatte die Stadt kapituliert. Lahmgelegt von einem wilden Streik der Verkehrsbetriebe. Erstickt von nicht abtransportiertem Müll. Verpestet vom Gestank der Müllsäcke, die die wütenden Römer an den Straßenecken angezündet hatten. Die Dinge hatte ein Mädchen aus Tor Sapienza ins Rollen gebracht, sie hatte zwei Schwarze angezeigt, die sie vergewaltigt hätten. Die Bewohner der Vorstädte waren sofort auf die Barrikaden gestiegen. Rom brannte. (Auszug Seite 9)

Als Papst Franziskus im Frühjahr 2015 das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausruft, wittern viele Römer das große Geschäft, das sich mit Millionen von Touristen verdienen lässt. Bauunternehmer, Immobilienhaie und das organisierte Verbrechen setzen alles dran, öffentliche Aufträge zu manipulieren, um von dem Pilgerboom zu profitieren. Korrupte Kommunalpolitiker halten die Hand auf und auch der Vatikan hat seine Finger im Spiel.

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Horst Eckert | Wolfsspinne

Ronny fuhr nicht schneller als achtzig Sachen und hielt sich strikt auf der rechten Spur, um keinen Unfall zu riskieren. Er war noch immer aufgewühlt. Eine Art Schüttelfrost und Übelkeit. Auch das Pfeifen im Ohr wollte nicht vergehen.
Schluss damit, sagte sich Ronny. Nie mehr Undercover. Gebt mir einen Schreibtischjob: Eingangspost sortieren, Stempel auf Aktenstücke drücken, Vorgänge abheften, irgend so etwas.
Nur eine letzte Sache gab es noch zu tun. Eine weitere Person war auszuschalten, und Ronny war sich bewusst, was vom Gelingen der Aktion Wolfsspinne abhing. Nicht bloß die Karriere einiger Beamter. Nicht nur seine eigene Freiheit. Es ging um weitaus Grundsätzlicheres. (Auszug Seite 162)

Hauptkommissar Vincent Veih ermittelt im Mordfall an einer Düsseldorfer Promiwirtin. Die Tote konsumierte und dealte in kleinem Rahmen mit Crystal Meth. Somit verfolgt die Mordkommission eine Spur ins Drogenmilieu. Dort hält sich auch der LKA-Undercover-Beamte Ronny Vogt auf. Er ist erst seit kurzem in Düsseldorf und war vorher für den Thüringer Verfassungsschutz in der Neonaziszene tätig. Dabei war er bei den Geschehnissen rund um den NSU näher dran als ihm lieb sein konnte. Und nun scheint ihn diese Vergangenheit in Düsseldorf wieder einzuholen.

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Gudrun Lerchbaum | Lügenland

Eine Schelmin will ich sein, keine Heilsfigur. Wenn sich jetzt gleich noch jemand meldet, der mich über den Mondsee hat wandeln sehen, dann schreie ich. Besser noch: Ich schieße den Erstbesten nieder, lasse mich neben der Leiche fotografieren und aus ist es mit der Dualität. Alles, um wieder wenigstens einen Faden in der Hand zu halten, ein wenig Kontrolle darüber zu gewinnen, was man in mir sieht. Wenn ich schon Ina sein muss, nicht Mattea sein darf.
Alles Quatsch natürlich. Ich habe nicht mal eine Waffe. Die Enge in der Brust treibt mich zum Fenster. Ich reiße es auf, möchte schreien und darf nicht. (Auszug Seiten 334-335)

Mattea verbringt ihren Junggesellinnen-Abschied mit ihren alten Freundinnen Julia und Kati am Donauufer mit Alkohol und Drogen. Morgen wird Mattea ihren Dienst bei der Miliz beenden und mit der Hochzeit ihre vaterländischen Pflichten erfüllen. In Mattea kommen alte, negative Gefühle gegenüber Kati wieder hoch. Als sie von einem bewaffneten Mann der Bürgerwehr bedroht werden, versucht Kati diesen zu beschwichtigen. Mattea zieht hingegen ihre Dienstwaffe – und erschießt Kati. Einen Tag später auf der Hochzeit erklärt Julia Mattea, dass sie sie gerade bei der Miliz verraten hat. Mattea muss Hals über Kopf fliehen.

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