Jahresrückblick 2017 Andy und Andrea

Im zweiten Teil unseres Jahresrückblicks kommen Andy und Andrea zu Wort, die beide jeweils ihre besten in 2017 gelesenen Titel vorstellen. Andrea hatte fünf Krimihighlights, Andy vier. Dabei haben beide Thriller und Krimis auf ihrer Liste, wobei ihre favorisierten Subgenres gewöhnlich weit auseinander.

Wir freuen uns auf eure Reaktionen!

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Dennis Lehane | Shutter Island

Seit vielen Jahren habe ich die Insel nicht mehr gesehen. Das letzte Mal war es vom Boot eines Freundes aus, der sich auf das offene Meer hinauswagte. Da lag sie in der Ferne hinter dem inneren Ring von Inseln, verschleiert vom sommerlichen Dunst, ein achtlos hingeschmierter Farbfleck am Horizont. (Auszug Seite 11)

Während der Titelauswahl zu unserem Adventspezial stellte sich heraus, dass ich als einzige von uns noch nicht Dennis Lehanes Shutter Island gelesen (und gesehen) hatte, und das, obwohl ich seine Romane so schätze. Ich muss gestehen, dass mich der Filmtrailer unerklärlicherweise immer etwas geängstigt hat, so dass ich das Buch für zu gruselig hielt. Dabei ist Shutter Island einer der Titel, die geradezu exemplarisch für unser Themenspezial steht, denn er bietet das Setting und die Spannung, die wir bei der Planung im Sinn hatten.

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Tim Erzberg | Hell-Go-Land

„Es ist verrückt: Dieses Stück Land liegt mitten im Meer und alles ist unendlich weit, das habe ich so vermisst. Aber kaum geht man ein paar Schritte, kommt man schon an ein Ende der Insel. Klaustrophobie und Grenzenlosigkeit in einem, man macht sich das nicht vor, wenn man nicht hier ist.“ (Auszug Seite 163)

Anna Krüger nimmt die Stelle als stellvertretende Dienstellenleiterin der Polizei auf Helgoland an. An ihrem ersten Arbeitstag erhält sie ein Päckchen mit einem abgetrennten Daumen. Was hat das zu bedeuten? An den folgenden Tagen bekommt Anna weitere makabere Botschaften. Da Helgoland wegen einem schweren Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten ist, können sie und ihre beiden Kollegen keine Hilfe vom Festland erwarten und ermitteln mit den eingeschränkten Mitteln der Insel auf eigene Faust. Alles deutet darauf hin, dass bald ein Mord geschehen wird und dass dieser Fall mit Annas Vergangenheit zu tun hat.

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Derek Meister | Blutebbe

„Bis auf das Klirren herrschte noch immer Grabesstille.
Knut ließ den Schein seiner Stablampe über den Namen gleiten. „Marietta“, las er vor uns stutzte… „Shit! Was ist das denn?“
Alle richteten ihre Lampen auf Knuts Spot. Über die weißen Holzplanken des Rumpfs war etwas geflossen. Knut trat näher und berührte es mit dem Finger. Es war Blut. Kein Rost. Es war eindeutig Blut. Reichlich Blut.“ (Auszug Seite 29)

Kurt Jansens neuer Fall beginnt mit zwei Leichen auf einem Schiff mitten im Watt. Zwei  Frauen wurden erstickt, an einen Pfahl gehängt und ausgeweidet. Auf dem Schiff sind keine Spuren zu finden, außer einem kryptischen Zeichen. Die Ermittlungen beginnen und unterstützt wird Knut wieder von Helen Hennings als Profilerin. Dann werden immer mehr Tote gefunden, die genauso zugerichtet wurden. Und bald wird es auch für Knut persönlich. Was hat dieses Zeichen zu bedeuten, dass bei jedem Tatort zu finden ist? Und was will der Mörder mit dieser Tötungsart bezwecken?

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Rosamund Lupton | Lautlose Nacht

Die Kälte war ein Schock. Sie hatte gedacht, Kälte sei weiß wie Schnee oder vielleicht blau wie der Punkt auf einem Kaltwasserhahn. Aber diese Kälte entsprang einem Ort der Nacht und war schwarz, ohne jegliche Farbe oder Licht.
Ein gellendes Kreischen ertönte, dann begriff sie, dass es der Wind war, der Neuschnee über den festgefahrenen Schnee am Boden trieb, weiße Geister, die über Straße und Ödnis tanzten. (Auszug Seite 198)

Spannender Roadtrip

Die englische Astrophysikerin Yasmin Alfredson fliegt mir ihrer zehnjährigen Tochter Ruby nach Alaska, um ihren Mann zu besuchen. Matt Alfredson arbeitet dort als Naturfilmer und soll sich zuletzt in einem kleinen Inupiat-Dorf am Polarkreis aufgehalten haben. Als die beiden in Fairbanks am Flughafen ankommen, erfahren sie durch die Polizei, dass bei einer katastrophalen Explosion alle Dorfbewohner ums Leben gekommen sind. Obwohl alles darauf hindeutet, dass auch Matt unter den Opfern ist, will Yasmin das nicht wahrhaben.

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Melanie McGrath | Im Eis

„Ich würde dich nicht bitten, wenn ich keine Hilfe brauchte.“ Ihre Miene war plötzlich wild, sie packte sein Gesicht und schüttelte es. „Hast du vergessen, wer wir sind? Inuttigut. Wir sind Inuit. Wir bewohnen eine Stätte, die übersät ist mit Knochen, mit Seelen, mit Erinnerungen an Vergangenes. Hier stirbt nichts, hier verrottet nichts, Knochen nicht, Plastik nicht, Erinnerungen nicht. Wir leben inmitten unserer Geschichten. Das ist ein Geschenk. Anders als der größte Teil der Welt können wir unseren Geschichten nicht entkommen, Derek.“ Sie nahm seine Hand. „Wir müssen wissen, wie Joes Geschichte ausgeht. Deswegen müssen wir ihn ausgraben.“ (Auszug Seiten 390-391)


Die Inuk-Frau Edie Kiglatuk ist eine erfahrene Jägerin und wird daher regelmäßig für Jagdausflüge im Süden der arktischen Ellesmere-Insel gebucht. Bei einem dieser Ausflüge mit zwei Amerikanern wird einer der Männer von einer Kugel tödlich verwundet. Die Dorfgemeinschaft und insbesondere der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Autisaq wollen eine offzielle Untersuchung vermeiden, so dass der Tod als Unfall abgehandelt wird. Edie beugt sich, kann dies aber nur schwer akzeptieren.

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