Charlotte Link | Das Haus der Schwestern

„Ach, das ist nur ein alter Name. Hat sich eingebürgert in der Zeit, als von der ganzen Familie auf Westhill nur noch zwei Schwestern übriggeblieben waren und dort lebten. Beide gibt es nicht mehr, aber irgendwie nennen es immer noch alle das Haus der Schwestern.“ (Auszug Seite 27)

Barbara und ihr Mann Ralph haben über den Jahreswechsel die Westhill Farm in Yorkshire gemietet, um dort in Ruhe über ihre Eheprobleme zu sprechen. Dann kommt es zu einem Unwetter, das Haus schneit ein und das Ehepaar ist auf dem abgelegenen Grundstück von der Außenwelt abgeschnitten. Barbara entdeckt zufällig Aufzeichnungen der ehemaligen Besitzerin Frances, in denen sie ihr Leben in Romanform schildert. Frances hat viel in ihrem Leben erlebt und mitgemacht und hütet außerdem ein Geheimnis…

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Mini-Themenspezial | Ruhrpottkrimis

Willkommen im Ruhrgebiet – „hier, wo das Herz noch zählt, nicht das große Geld.“ (Herbert Grönemeyer, Bochum)

Schon in meiner langen Krimi-Mainstream-Phase konnte ich mich für deutsche Regionalkrimis nicht so recht begeistern. Das hat sich, seitdem ich tiefer ins Genre eingetaucht bin, eher noch verstärkt. Zu oft ist das sprachliche Niveau überschaubar, die Figuren klischeehaft, der Humor bräsig, die Handlung vorhersehbar und touristische oder gar kulinarische Aspekte dominieren. Aber man tut einigen Autoren und Werken des Genres sicherlich bei dieser Pauschalierung auch Unrecht. Deshalb habe ich mir gedacht, ich probiere es doch nochmal. Und als Region ausgewählt habe ich mir das Ruhrgebiet – hier kann man sich wenigstens sicher sein, dass Tourismus und Gastronomie eher keine Hauptrolle spielen…

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David Lagercrantz | Verfolgung Bd. 5

Gesellschaftskritik als Kriminalroman

Der Beginn des Romans schließt an die Ereignisse des Vorgängers Verschwörung an, in dem Lisbeth Salander in größter Gefahr einem hochbegabten autistischen Jungen das Leben rettete und den Mörder seines Vaters aufspürte. Ihr nicht ganz legaler Einsatz brachte ihr eine Verurteilung zu zwei Monaten Gefängnis wegen „widerrechtlicher Eigenmacht“ und grober Fahrlässigkeit ein, auch weil sie während der Verhandlung bockig schwieg und nicht in Berufung gehen wollte.

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Megan Miranda | Tick Tack

„Wann, Dad. Wann?“ Sie war direkt nach dem Schulabschluss verschwunden. Unmittelbar bevor ich wegging. Vor zehn Jahren… Am letzten Abend des Jahrmarkts. Tick, tack, Nic. Ihre kalten Hände an meinem Ellenbogen, das letzte Mal, als ich sie berührte.
Seitdem hatte sie niemand mehr gesehen. (Auszug Seite 41)

Nicolette fährt nach zehn Jahren zurück in ihre Heimatstadt Cooley Ridge, um sich dort mit ihrem Bruder Daniel um den Verkauf des Elternhauses zu kümmern. Das Haus muss auf Vordermann gebracht werden und Nics Vater, der in einem Pflegeheim wohnt, muss dem Verkauf zustimmen. Am ersten Tag ihrer Ankunft trifft sie auch ihren Jugendfreund Tyler wieder. Und in derselben Nacht verschwindet Tylers derzeitige Freundin Annaleise spurlos. So einen Fall gab es in dem Ort vor 10 Jahren schonmal, damals ist Nics beste Freundin Corinne nach einem Jahrmarktbesuch verschollen und nicht wieder aufgetaucht. Die Ermittlungen verliefen im Sande. Wiederholt sich die Geschichte nun erneut?

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Oliver Bottini | Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens

Aber sie hörte einfach nicht auf, sich zu wehren, selbst jetzt nicht, als er schwer auf ihr lag. Sie biss und kratzte und versuchte, zu schreien und zu treten, und da musste er sie wieder schlagen, bis sie endlich stillhielt.
Als er fertig war, fuhr ihm der Schreck über das, was er getan hatte, in die Knochen, und mit dem Schreck kam die Wut.
„Adrian…!“, schrie sie unter seiner Hand und fing wieder an, sich zu wehren, und seine Wut wuchs immer mehr.
Da griff er zum Messer und befreite sich von der Angst und der Wut. (Auszug Seiten 30-31)

Im rumänischen Banat, nahe der Stadt Temeswar, wird die junge Deutsche Lisa Marthen ermordet aufgefunden. Ihr Vater ist einer der zahlreichen ausländischen Großgrundbesitzer. Zeitgleich mit ihrer Ermordung ist der junge Feldarbeiter Adrian spurlos verschwunden. Zu Hause hatte er sich noch schnell umgezogen und versucht, seine blutige Kleidung zu verbrennen. Wie sich schnell herausstellt, Blut von Lisa. Der Fall scheint eindeutig und dennoch ist Kommissar Ioan Cozma vorsichtig. Vor allem irritiert ihn, dass ein solch brisanter Fall ihm übertragen wurde.

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