Klaus-Peter Wolf | Ostfriesenmoor

„Jaja, bis dahin passt das alles“, sagte Bloem, „aber dann, Ann Kathrin. Wenn er irgendwann diese Leiche loswerden will, warum, um alles in der Welt, fährt er zum Moor und wirft sie dort hinein? Das ist ein hohes Risiko. Er hätte zum Beispiel auf der Fahrt dorthin einen Autounfall haben und entdeckt werden können. Also, ich würde nicht gerne mit einer Leiche im Kofferraum von Wilhelmshaven bis zum Uplengener Moor fahren. Er hätte tausend Möglichkeiten gehabt, er hätte sie verbrennen können.“ (Auszug Seite 210)

Ein Journalist entdeckt bei einer Streiftour durchs Moor eine Kinderleiche. Aber bei der Leiche handelt es sich nicht einfach um einen toten Menschen, sondern um einen ausgestopften Körper, wie man es auch von Tierpräparaten kennt. Laut der Pathologin ist das Kind schon vor einigen Jahren so hergerichtet worden. Diesen Fall bearbeitet Ann Katrin Klaasen mit ihrem Team.

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Wallace Stroby | Geld ist nicht genug

„Diese Kerle in Indiana. Sie waren hinter mir her wegen Geld, das vor langer Zeit versteckt worden ist. Sehr viel Geld. Sie haben gedacht, ich weiß, wo es ist.“
„Noch ein Grund, warum wir nicht hier sein sollten.“
„Nun, darum geht es…“
„Was?“
„Das Geld. Zu wissen, wo es ist“, sagte Benny.
„Was ist damit?“
„Ich denke, ich weiß es.“
(Auszug Seite 231-232)

Crissa Stone treibt sich im Süden der Staaten herum und knackt Geldautomaten, bis sich ihre zwei Partner gegenseitig abknallen. Zurück in New York wird sie beim Waschen der Beute auch noch übers Ohr gehauen. Wie praktisch, dass sich ein neuer Job anbahnt. Ein New Yorker Mafiaboss ist jüngst verstorben, ohne seinen Anteil an einem üppigen Raub auszugeben. Crissa lernt einen Insider kennen, der mit ihr das Geld aufstöbern will. Doch auch wenn die alten Mafiastrukturen nicht mehr existieren, können sich noch andere an das Geld erinnern.

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Bernhard Aichner | Totenrausch Bd. 3

(…) Du besorgst Pässe für mich und meine beiden Töchter und ich bringe jemanden für dich um. Hast du doch gesagt, oder? Ich töte jemanden für dich. Erinnerst du dich?
Ja, ich erinnere mich.
Ich habe dir eine Liste mitgebracht.
Was für eine Liste?
Weil ich ein guter Mensch bin, bekommst du eine zweite Chance. (…)
(Auszug Seite 160)

Blum ist auf der Flucht mit ihren beiden Töchtern. In ihrer Heimatstadt Innsbruck wird sie wegen mehrfachen Mordes gesucht. Erst versteckt sie sich in Dänemark, aber nach einigen Wochen muss Blum versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen und fährt nach Hamburg. Dort erfährt sie von Egon Schiele, ein Zuhälter, der ihr und ihren Kindern neue Pässe besorgen kann. Im Gegenzug für eine neue Identität verspricht Blum ihm, einen Menschen umzubringen. Die ersten Wochen in Hamburg verlaufen traumhaft: Schiele besorgt nicht nur neue Ausweise, sondern die kleine Familie darf auch in seinem reetgedeckten Haus in Blankenese wohnen, die Kinder gewöhnen sich in der Schule ein und Blum findet einen Job bei einem Bestatter. Ein neues Leben beginnt. Bis Schiele auf seine Gegenleistung besteht. Ab da läuft alles aus dem Ruder…

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Carlo Feber | Das Spiel der Anderen

Ich reiße den Mund weit auf, werfe den Kopf zurück und hacke mit den Zähnen in den Geldhaufen. Ein roter Zehner rutscht von meinen Lippen. Aber ein Zwanziger bleibt mir an der Zuge kleben. Langsam zerbeiße ich den Schein. Hört ihr das Papier knistern? Fetzen haften an meinem Gaumen wie fades Knäckebrot, das nicht rutschen will. Wie alter Rauch hängt mir beim Runterwürgen der pappige Scheißgeschmack auf der Zunge. Immer noch auf den Knien richte ich den Oberkörper auf und fische einen Zweihunderter aus dem Napf. „Soll ich den auch noch fressen?“ (Auszug Seite 5)

Vier junge Menschen haben genug von der Ausbeutung des Planeten durch die kriminelle Finanzwelt. Um die schmutzigen Geschäfte der German Global Credit Bank am Potsdamer Platz in Berlin aufzudecken, verfolgen sie einen Plan. Die vier Politaktivisten Marie-Luise, genannt Malu, ihr Freund Leon, der Libanese Habibi und der Hacker Sanctus haben monatelang alles akribisch vorbereitet. Die Vorstände der global agierenden Bank sollen entführt werden und dadurch zum öffentlichen Eingeständnis ihrer kriminellen Machenschaften gezwungen werden. Die Bevölkerung soll über die illegalen Geschäftspraktiken der Bank informiert werden, deren Verdienste zu Lasten von Mensch und Umwelt gehen. Das erinnert mich ein bisschen an die Radikalität der RAF in den 70er Jahren, aber der Bewusstseinswandel in der Bevölkerung soll möglichst ohne Blutvergießen geschehen.

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Graeme Macrae Burnet | Sein blutiges Projekt

Wenn es das Schicksal wollte, dass Lachlan Broad durch meine Hand starb, dann würde es so geschehen. Erfolg und Ausgang meines Unternehmens lagen außerhalb meiner Kontrolle. So kam ich zu dem Schluss, wenn ich Lachlan Broad töten wollte, müsste ich zunächst einmal zu seinem Haus gehen. Außerdem brauchte ich eine Waffe, mit ich die Tat vollbringen konnte. Und was wäre dazu besser geeignet als die Feldhacke, die die Vorsehung mir in die Hand gegeben hatte? Als ich am oberen Teil des Feldes ankam, sah ich einen Spitzspaten, der an der Hauswand lehnte, und den nahm ich noch dazu. Dann machte ich mich auf den Weg zum anderen Ende des Dorfes. Ich redete mir ein, dass ich nicht vorhatte, Lachlan Broad zu ermorden, sondern lediglich herausfinden wollte, was passieren würde, wenn ich seinem Haus derart bewaffnet einen Besuch abstattete. (Auszug Seite 184-185)

Ein kleines, küstennahes schottisches Bauerndorf wird im August des Jahres 1869 Schauplatz eines dreifachen Mordes. Der Dorfvorsteher Lachlan Mackenzie, seine 15-jährige Tochter und sein dreijähriger Sohn werden in ihrem Haus brutal ermordet. Der Täter stellt sich selbst unmittelbar nach der Tat. Es ist der 17-jährige Nachbarssohn Roderick Macrae. Er wird inhaftiert und angeklagt. Doch sein Anwalt verfolgt eine Strategie: Er will Rodericks Unzurechnungsfähigkeit beweisen, um ihn vor dem Galgen zu bewahren.

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Wolfgang Kaes | Spur 24

„Schuhe oder Sandalen oder Socken fand man allerdings keine. Aber sie trug Ohrschmuck. Einen schlichten Stecker mit Perle an einem Ohr und außerdem so ein Gehänge, sieben Zentimeter lang, sehr auffällig.“
„Was schließen Sie daraus?“
„Gar nichts. Ich bin kein Kriminalbeamter, Frau Rausch. Ich war immer nur Schutzpolizist. Aber ich mache mir so meine Gedanken. Über Spur 24.“
„Was ist Spur 24?“ (Auszug Seite 191)

Ellen Rausch bekommt zufällig eine amtliche Bekanntmachung auf ihren Tisch. In dieser Bekanntmachung wird die seit 16 Jahren vermisste Ursula Gersdorff aufgefordert, sich zu melden, denn sonst wird sie für tot erklärt. Ellen arbeitet erst seit kurzem für den lokalen „Eifel-Kurier“ in Lärchtal als Journalistin. Mehr aus der Not heraus ist sie nach 31 Jahren zurück in ihr Heimatdorf in Nordrhein-Westfalen gekommen und mit der Bekanntmachung beginnen die Recherchen für ihren ersten Artikel. Wie kann es sein, dass jemand 16 Jahre lang als verschollen gilt und es kein Lebenszeichen von ihm gibt? Und sich auch keiner darüber wundert, in einem Dorf, in dem jeder jeden kennt? Weiterlesen