Elisabeth Florin | Commissario Pavarotti trifft keinen Ton

In Meran wird einer der reichsten Unternehmer der Stadt im Hinterhof einer Weinstube erschlagen. Der italienischstämmige Commissario Pavarotti und die deutsche Amateurdetektivin Lissie stehen vor einem Rätsel. 

Die Einheimischen haben die Reihen geschlossen und mauern eisern. Als auch der Vater des Toten stirbt, sieht es so aus, als hätte eine fünfzig Jahre alte Schuld die Familie eingeholt. Lissie ist gezwungen, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen bis schließlich die Berge über Meran das Geheimnis der Stadt und ihrer Bewohner preisgeben.

Der wankelmütige Commissario Luciano Pavarotti hat es nicht leicht: als ermittelnder Kommissar aus Bozen, als Italiener am Tatort Meran, kämpft er gegen eine alte Schuld, die Schuld seiner Vätergeneration.  Mit keiner guten Intuition und wenig Menschenkenntnis gesegnet, dafür mit zwei Assistenten – die er im Geiste als Versager und Hasenfuß tituliert – bestraft, rennt er in Meran gegen Mauern.

Lissie von Spiegel, welche gerade ihren Job als PR-Referentin in Frankfurt eingebüßt hat und die ihrer Beziehung überdrüssig ist, nimmt sich in Meran eine zweiwöchige Auszeit. Doch diese zwei Wochen werden für sie weniger Urlaub als eine Reise zurück in die verdrängte Vergangenheit.

Durch eine Zeugenbefragung seitens des Commissarios lernen sich die beiden kennen. Gegenseitige Antipathie wird ihrer beider Antriebsfeder, da auch Lissie sich vornimmt dem Täter auf die Spur zu kommen. Sie erhofft sich durch ihren Touristenstatus einen besseren Zugang zu den Einheimischen, die jedoch schlauer sind als Lissie und der Commissario zusammen.

Im Verlauf des Falls weicht die wechselseitige Antipathie Stück für Stück einem vertrauensvolleren Verhältnis. Auf Lissies Vorschlag, ihm zu helfen, geht der Commissario nur scheinbar bereitwillig ein, doch ihre unerwartet erfolgreichen Kommunikations- und Verhörfähigkeiten wandeln sich zu einem wertvollen Instrumentarium, das Pavarotti schätzen lernt, was aber auch mit der  Sorge um Lissie einhergeht, da sie sich im späteren Ermittlungsverlauf selbst in Lebensgefahr bringt.

Elisabeth Florin stellt in ihrem ersten Kriminalroman die beiden Protagonisten sehr nachvollziehbar dar. Mit Sprachwitz und Humor gespickt ist »Commissario Pavarotti trifft keinen Ton« eine unterhaltsame Lektüre, die durchaus sehr spannend ist, da es keine Hinweise zum Täter gibt und der Leser miträtselt. Die geschichtlichen Details, die auf wahren Begebenheiten beruhen, sind für die Geschichte nicht nur unerlässlich, sondern auch sehr interessant.

Stellenweise enthielt die Geschichte etwas zu viel Slapstick für meinen Geschmack, so dass ich dem Roman 4,5 Sterne (von 5 möglichen) gebe.

Es bleibt abzuwarten, ob es eine Fortsetzung geben wird. Man könnte diesen Roman ebenso als abgeschlossene Geschichte stehen lassen. Eine Fortsetzung würde mich persönlich freuen.

 

5335c-pavarottiCommissario Pavarotti trifft keinen Ton | Erschienen am 12. März 2013 im Emons Verlag
384 Seiten | 10,90 Euro
Leseprobe

Autorenreaktion auf diese Rezension: elisabethflorin.de

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