Samantha Hayes | Aus tiefster Seele

Claudias Leben scheint perfekt. Sie hat einen liebevollen Ehemann, lebt in ihrem Traumhaus, und auch ihr Wunsch nach einer richtigen Familie wird sich in Kürze erfüllen, denn Claudia ist hochschwanger.

Dann tritt Zoe in ihr Leben. Die junge Frau soll Claudia helfen, sobald das Baby auf der Welt ist. Doch irgendetwas an Zoe gefällt Claudia nicht. Als sie sie eines Tages in ihrem Schlafzimmer ertappt, ist ihr Misstrauen vollends geweckt – und es soll schon bald in blanke Angst umschlagen …

Da Claudias Ehemann Marineoffizier auf einem U-Boot ist, heuert sie Zoe als Nanny an. Die junge Frau hat ein Geheimnis, das wird dem Leser gleich zu Beginn klar und auch Claudia wird misstrauisch. Gleichzeitig häufen sich die Todesfälle in der Stadt, in denen hochschwangeren Frauen die Babies herausgeschnitten werden.

Man liest sich sehr schnell in die idyllische Umgebung von Claudia und ihrer Familie ein. Samantha Hayes vermag es, die Figuren in »Aus tiefster Seele« glaubhaft darzustellen und uns ein Szenario zu liefern, wie es normaler nicht sein könnte. Zunächst jedenfalls.

Das Ermittlerduo besteht aus dem Ehepaar DI Adam Scott und DI Lorraine Fisher, deren Familienleben getrübt ist durch einem Fehltritt DI Scotts von vor etwa einem Jahr sowie der Entscheidung der 17jährigen Tochter, Grace, Schule und Elternhaus sausen zu lassen, um ihren Freund zu heiraten und bei dessen Familie zu leben. Das Privatleben der Ermittler ist zwar recht interessant und bringt etwas Farbe in die Geschichte, nimmt aber auch nicht übermäßig viel Raum ein.

Die Story selbst allerdings plätschert so vor sich hin, entwickelt sich dabei aber auch fortlaufend dahingehend, dass wir erwarten, jeden Moment Zoes dunkles Geheimnis entdeckt zu sehen. Spannend, aber nicht unbedingt psychothrillerspannend – dafür braucht es noch etwas mehr.

Das Ende ist wirklich gut aufgelöst, sogar das Privatleben der Ermittler wird am Rande gestreift, so dass es alles in allem zu einem wunderbar runden Schluss kommt.

Wie schon oben erwähnt, fehlt mir für einen Psychothriller der nötige Biss, das entsprechende Tempo, der Thrill. Vielleicht sollte man diese ganze Etikettierung generell einmal überdenken, denn es kommt relativ häufig vor, dass man einen Thriller zur Hand nimmt und einen Roman darin findet. Es ist schade, dass sich das dann eben auch oft in der Bewertung niederschlägt.

 

Rezension von Dani Nimz.

 
Aus tiefster Seele von Samantha HayesAus tiefster Seele | Erschienen am 19. Mai 2014 bei Blanvalet
448 Seiten | 9,99 Euro
Leseprobe

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2 Gedanken zu “Samantha Hayes | Aus tiefster Seele

  1. Mit den Begriffen Thriller und Psychothriller wird seit geraumer Zeit nur so um sich geschmissen. Viele wecken Erwartungen, die sie nicht erfüllen. Für mich dienen sie schon lange nicht mehr als Orientierungshilfe. Dabei kann sich ein guter Krimi oder Mystery-Story dahinter verstecken. Aber: verkauft ist verkauft – bzw. gekauft ist gekauft! Leider. Einige Verlage stören sich offensichtlich nicht daran, ihre Kunden zu linken.

  2. Und hinter manchem Krimi versteckt sich ein Roman; am Klappentext darf man sich auch nicht orientieren, wenn man vorab Gewissheit haben möchte. Ich kann dich und Dani gut verstehen.

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