Sven Heuchert | Dunkels Gesetz

Dunkel nickte. Er spürte ein Pochen in der Wunde, wie es im Fleisch arbeitete.
„Ich verbinde das noch“, sagte sie und tauchte den Lappen in der Schüssel aus und entrollte eine Mullbinde. Sie wickelte das Verbandszeug lose um ihre Faust und formte eine Kompresse. „Sie sollten die Gegend verlassen.“ Die Alte klebte zwei breite Streifen Fixierpflaster über die Mullbinde. „Das Land hat kein Gewissen. Wenn man den Menschen ihre Träume nimmt, dann haben sie auch kein Gewissen mehr.“ (Auszug Seite 155)

Richard Dunkel, ein ehemaliger Söldner, verschlägt es irgendwo ins entlegene Rheinland nahe der belgischen Grenze. Ein alter Kumpel verschafft ihm einen Job als Sicherheitsmann, der eine zur Zeit stillgelegte Blei- und Zinkgrube bewachen soll. Dort ist vor kurzem ein Junge tot aufgefunden worden, offiziell abgestürzt. Doch Dunkel merkt schnell, dass in der Ortschaft Altglück illegale Dinge vor sich gehen und kann nicht anders, als sich einzumischen.

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Don Winslow | Corruption

Er schrubbt sich, bis es weh tut. Aber die Striemen gehen nicht weg. Der Schmutz, den er auf seiner Haut, auf seiner Seele spürt, geht nicht weg. Wenn sein Vater von der Arbeit nach Hause kam, ging er immer sofort unter die Dusche. Jetzt weiß er, warum.
Die Straße bleibt an dir kleben.
Frisst sich in die Poren, dringt dir in die Blutbahn.
Und deine Seele?, fragt sich Malone. War das auch die Straße? Du hast die Korruption eingeatmet, seit deinem ersten Streifengang. So wie du den Tod eingeatmet hast, damals im September. Die Korruption liegt nicht nur in der Luft. Sie gehört zur DNA dieser Stadt. Auch zu deiner. (Auszug Seite 393)

Der Norden Manhattans ist das Reich verschiedener Gangs, aber auch der Spezialeinheit des NYPD, der Manhattan North Special Taskforce. Detective Sergeant Denny Malone ist einer der Teamführer und ein Mann der vordersten Front. Sein Team jagt Dealer, Waffenschieber, Mörder. Um Erfolge zu erzielen, hat die Taskforce umfangreiche Befugnisse und geht nicht zimperlich vor. Doch mit der Macht kommt auch die Versuchung und die Gier.

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James Lee Burke | Schmierige Geschäfte

„Wollen Sie damit zum FBI in Lafayette gehen?“, sagte der Sheriff.
„Vielleicht.“
„Für Drohbriefe, die mit der Post zugestellt werden, sind die Bundesbehörden zuständig. Warum nicht denen die Sache überlassen?“
Ich schaute ihn an, ohne zu antworten.
„Warum habe ich nur immer das Gefühl, dass sie ein Mann sind, der nicht das geringste Vertrauen in unser Rechtssystem hat?“
„Wahrscheinlich weil ich zu lange drin gearbeitet habe.“ (Auszug Seite 93-94)

Eines Nachts begegnet Dave Robicheaux in einer Bar einem alten Bekannten aus der Studentenzeit. Dixie Lee Pugh hatte damals aber schnell die Uni verlassen und es zu einigem Erfolg als Rock n‘ Roller gebracht. Seitdem ging es aber stetig bergab mit ihm. Inzwischen arbeitet er für eine Ölfirma in Montana, die sich durchaus unrühmlicher Methoden und zwielichtige Männer bedient. Pugh bittet Dave um Hilfe, da er gehört haben will, wie diese Männer, Vidrine und Mapes, sich über einen Doppelmord unterhalten haben, den sie begangen haben.

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Zoë Beck | Die Lieferantin

Declan klickte sich im Shop von The Supplier durch die Heroin-Angebote. Rein und unverschnitten, wurde versichert. Direkt aus der Türkei. Topqualität, hergestellt aus afghanischem Opium. […] The Supplier hatte noch Morphium und Opium im Angebot. Keine Pillen. Kein Crack. Kein Crystal Meth. Kein Koks. Nicht mal LSD. Nur Downer, keine Upper.
Clever, dachte Declan. Ein gutes Konzept. Die Nation betäubte sich. Die Zeiten, in denen alle wach sein wollten, waren vorbei. (Auszug Seiten 51-52)

Die Londoner Unterwelt ist in Aufruhr. Ein neuer Player mischt den sorgsam aufgeteilten Drogenmarkt auf: Über eine neue App kann in Windeseile neuester Stoff bestellt werden, der dann per Drohne ausgeliefert wird. Das können die alteingesessenen Bosse nicht auf sich beruhen lassen. Zeitgleich wird im Königreich noch ein anderer Kampf ausgetragen. Ein Referendum über die Legalisierung oder die Verschärfung der Drogenpolitik steht an und wie sich bald herausstellt, hat das eine durchaus mit dem anderen zu tun.

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Larry Brown | Fay

„Du musst nicht mitkommen“, sagte er.
Sie musterte sein Gesicht, den muskulösen Arm und die Hand, die das Bier hielt, wohlwissend, wie gern sie diese Hände auf sich spürte und wie sicher sie sich manchmal in diesen Armen fühlte.
„Ich kann dich hierlassen und wegfahren“, sagte er. „Ich meinte, du warst ja auch unterwegs, als wir uns begegnet sind. Du bist nicht schlechter dran, Fay. Verdammt“, sagte er, halb zu sich selbst. „Vielleicht geht’s dir dann sogar besser.“
Er wandte ihr das Gesicht zu und wartete auf ihre Antwort. Doch sie dachte nur ganz kurz nach, denn allein unterwegs sein war das Letzte, was sie wollte. Lieber das kleinere Übel. Sie zog den Kopf ein, stieg in den Wagen und schloss die Tür. (Auszug Seiten Seiten 511-512)

Die 17-Jährige Fay Jones lebt mit ihrer Familie in einer Hütte im Wald in der Nähe von Oxford, Mississippi. Der Vater gewalttätig, alle zusammen bitterarm. Sie beschließt eines Tages, abzuhauen und alles hinter sich zu lassen. Ihr vages Ziel: Biloxi an der Küste des Golfs von Mexiko.

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Giancarlo de Cataldo & Carlo Bonini | Suburra

Es war nicht anders zu erwarten gewesen. Samurai wühlte mit beiden Händen in dem Abgrund, der sie verband. Aber er hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Marco massierte sich die Schläfe. […]
– Die Narbe erinnert mich bloß daran, was ich noch zu tun habe.
– Rache ist nicht immer ein edles Gefühl.
– Ich suche keine Rache, Samurai. Das Faschistengewäsch interessiert mich nicht mehr.
– Ach, mich auch nicht, das solltest du begriffen haben. Ich räche mich nicht. Ich nehme Veränderungen zur Kenntnis. Und wenn notwendig begünstige ich sie. Ich lenke das Schicksal, Marco. Ich kenne keinen Groll, weil ich dafür sorge, dass gar keiner entsteht. Das weißt du. Das war immer dein Problem, Marco. Du willst die Welt verändern. Aber die Welt verändert sich nicht. Sie will beherrscht werden. (Auszug Seiten 89-90)

Nach einem Erpressungsversuch bei dem Abgeordneten Malgradi wird der Gangster Spadino vom Mafioso Numero Otto brutal ermordet. Denn der korrupte Malgradi wird noch gebraucht: Die vereinigten Mafiaclans planen einen Riesendeal, ein gigantisches Bauvorhaben zwischen Rom und Ostia soll fette Gewinne in die Kassen spülen. Doch der Mord bringt das Gleichgewicht ins Wanken, eine blutige Fehde beginnt. Mafiaboss Samurai versucht die brüchige Allianz und das Projekt zu retten. Doch Carabiniere-Oberstleutnant Marco Malatesta wittert seine Chance, einen großen Schlag gegen die römische Mafia zu landen. Zudem verbindet ihn eine persönliche Vergangenheit mit Samurai.

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