Nicola Förg | Donnerwetter

Eine Wasserleiche aus dem Lechsee führt Gerhard Weinzirl und Evi Straßgütl auf den Auerberg und mitten hinein in eine Welt von seriösen Archäologen und versponnenen Sonderlingen. Was geschah am Fuße jenes mystischen Berges, den Esoteriker und einige wirre Keltenfanatiker als Heiligtum sehen? Musste der Mann sterben, weil er eine wissenschaftliche Sensation entdeckt hat? Etliche Weißbier später wähnen sich Gerhard, Evi, Jo und Baier den Antworten auf diese Fragen schon deutlich näher – doch dann kommt alles ganz anders …

Kommissar Gerhard Weinzirl genießt seinen freien Tag – allerdings nicht lange, denn eine Wasserleiche, aufgeploppt (wie der Vater der Kinder, die die Leiche entdeckt hatten, so schön formuliert hat) an der Staumauer des Lechsees, macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Notgedrungen fährt er zum Tatort, wo bereits außer dem zuständigen Arzt sein ehemaliger Kollege Baier und seine Kollegin Evi auf ihn warten.

An der Leiche befindet sich am linken Knöchel ein Gewicht, von dem zunächst niemand weiß, was es sein könnte. Außerdem findet der Gerichtsmediziner bei der Untersuchung der Leiche heraus, dass es sich um einen Giftmord handelte. Der Täter wollte anscheinend ganz sichergehen und verwendete eine Mixtur aus Knollenblätterpilz und Eisenhut.

Der Tote wird durch Baier, der sich auf dem angrenzenden Campingplatz aufgehalten hat, zwar als ein Bewohner des Platzes erkannt, allerdings hat er einen falschen Namen angegeben. Bei den Ermittlungen wird dann sowohl sein richtiger Name bekannt als auch, dass er sich auffällig für römische Funde, das Auerberg-Museum und den Auerberg interessiert hat, von dem gemunkelt wird, dass dort einst Kelten gelebt haben.

Da Kommissar Weinzierl herausfindet, dass die direkten Nachbarn des Toten auf dem Campingplatz nicht die vermeintlichen israelischen Touristen, sondern auch Archäologen mit Interesse an römischen Ausgrabungen sind, geraten diese zunächst in Verdacht. Allerdings ergibt deren Befragung, dass sie einen Unbekannten beobachtet haben, der den Toten anscheinend beschattet hat.

Merkwürdig erscheint zunächst auch eine in Tatortnähe wohnende Künstlerin und selbst ernannte Druidin namens Chakra Houbertis, eine Jugendfreundin von Baier (ursprünglicher Name Maria Müller) die generell etwas gegen die Obrigkeit und die von ihr sogenannten „verblendeten Römeranhänger“ (eine Gruppe von Rentnern, der auch Baier angehört und die sich um die römischen Funde in der Villa Rustica kümmern) hat. In der Küche ihres alten Bauernhaus entdeckt Kommissar Weinzierl getrocknete Pilze und Kräuter, die durchaus für den Giftcocktail verwendet worden sein konnten.

Im Laufe der Handlung stellt sich dann auch noch heraus, dass das „komische Ding“, mit dem die Leiche beschwert wurde, die Spannbuchse eines römischen Katapults, entwendet während eines durch Gewitter verursachten Stromausfalls aus dem Auerberg-Museum, ist – und Chakra Houbertis an diesem Tag im Museum war.

Kommissar Weinzierl hat es also gleich mit mehreren Verdächtigen zu tun, auch der Grund für den Mord ist zunächst unklar. Sicher ist nur, dass es etwas mit der Sage um den geheimnisvollen Ort auf dem Auerberg zu tun hat.

Für die Lösung des Falls ist auch eine – zunächst vor Weinzierl verheimlichte – Aktion seiner Kollegin Evi, seiner Freundin Jo, die sich auch noch einmischt und von Chakra Houbertis, die von Evi nochmals befragt wurde, sehr hilfreich. Eine Sensation im archäologischen Bereich bahnt sich an – und ein Täter, der darauf spekuliert hat.

Die Autorin hat im Bereich Auerberg und der dort angesiedelten archäologischen Funde erkennbar gut recherchiert und die Ergebnisse der Recherche flott in ihren Roman eingebaut. Auch die Schilderungen bezüglich des Privatlebens der handelnden Figuren sind von ihr mit einem Augenzwinkern verfasst, ihre Heimatverbundenheit ist ebenfalls zu spüren.

Gewöhnungsbedürftig (für Erstleser der Autorin) ist ihr Stil der teilweise sehr kurzen Sätze.

Fazit: Donnerwetter ist ein Roman für Leser mit einem Faible für die lockere Erzählweise der Autorin und ihre Heimat.

Rezension von Monika Röhrig.

DonnerwetterDonnerwetter | Erschienen am 10. Oktober 2013 bei Emons
192 Seiten | 11,90 Euro
Leseprobe

Advertisements

Gedanken dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s