Dennis Lehane | The Drop – Bargeld

Ein Überfall auf eine zwielichtige Bar, die Beute: Mafiageld. Die Täter sind schnell gefasst, doch wer steckt wirklich hinter dieser selbstmörderischen Aktion? Ein übereifriger Polizist, ein aufgebrachter Mafiaboss, ein psychopathischer Gangster, und plötzlich sieht der stille Barkeeper Bob Saginowski ein Geheimnis ans Licht gezerrt, das er jahrzehntelang gehütet hat.

Dennis Lehanes neuester Roman, The Drop, spielt – wie könnte es anders besser sein – in Boston, genaugenommen hauptsächlich in Cousin Marvs Bar, die ihm zwar seit achteinhalb Jahren nicht mehr gehört, doch das wissen die wenigsten. Die Bostoner Tschetschenen-Mafia hat sich seiner Bar bemächtigt und nutzt diese nun – ebenso wie andere Bars – als Drop-Bar, was so viel bedeutet wie: Die Gesamteinnahmen an mafiösem Schwarzgeld werden in diesen Bars zwischendeponiert, um am selben Abend wieder abgeholt zu werden. Fast niemand weiß, wann welche Bar „The Drop“ sein wird.

Am zehnten Jahrestag des spurlosen Verschwindens eines Stammkunden, passiert Bob, der seit zwanzig Jahren als genügsamer Barkeeper für Cousin Marv arbeitet, etwas, das sein Leben von Grund auf ändern wird: In einer Mülltonne findet er einen halbtoten Welpen, den er rettet. Gleichzeitig lernt er Nadia kennen, die wie zufällig in sein Leben tritt, was Bob noch allerhand Ärger einbringen wird. Genauso wie die Rettung des Hundewelpens, dessen soziopathischer Halter Eric Deeds kurz darauf vor seiner Wohnungstür steht, an seinem Küchentisch sitzt, und Bob unmissverständlich klarmacht, dass es sein Hund sei. Und wie sollte es anders sein: Cousin Marvs Bar wird überfallen und Geld der Tschetschenen verschwindet.

Rocco der Hund leitet Bobs psychische Transformation ein. Und seine Geschichte verlangt dem Leser sehr viel ab! Um ehrlich zu sein: Ich las das Buch und musste (!) auf die letzte Seite blättern, um zu sehen, ob ich es überhaupt verkrafte, die Geschichte weiterzulesen, denn Dennis Lehane schürt Angst und Sorge, welche er gleichsam mit absoluter Spannung und Wissbegier um den Fortgang g einfasst. Ein weiterer großartiger (Kurz-)Roman, den ich nicht missen möchte, mit dem ich jedoch an meine Grenze des Erlesbaren gestoßen bin.

Zur Einstimmung in die Szenerie habe ich zuvor Mystic River von Dennis Lehane gelesen. Das hat sich als positiv erwiesen – jedoch keinesfalls als nötig. The Drop ist mit knapp über 200 Seiten eine kurze aber fabelhafte Mafiageschichte um Schuld, Sühne und ein dunkles Geheimnis. Nichts für schwache Nerven!

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The Drop | Erschienen im November 2014 bei Diogenes
224 Seiten | 21,90 Euro
Leseprobe | Filmtrailer

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