Petra Hammesfahr | Die Frau, die Männer mochte

„Sie müssen doch auch hungrig sein.“
Das war Wegener, allerdings nicht im Sinne einer Mahlzeit, obwohl er außer dem lauwarmen Kaffee, den Marisa Behrend hätte heiß trinken sollen, nichts im Leib hatte. Ihm schwebten immer noch die von Salat umkränzten Brötchenhälften mit gekochtem Schinken und Tomaten vor Augen. Aber eigentlich hungert es ihm nach etwas ganz anderem. (Auszug Seite 132)

Agnes Kalwin ist 57 Jahr alt und Angestellte im „Waldschlösschen“. Dort macht sie jeden Tag sauber. Und einmal in der Woche auch in der Wohnung der Besitzerin Marisa Behrend. So auch an diesem Morgen. Saugen, wischen, Frühstück vorbereiten. Danach Marisa wecken und ihr das Frühstück im Bett servieren. Nur an diesem Morgen findet sie Marisa verrenkt, leblos und mit Seidenbändern an das Bett gefesselten Händen vor.  Neben der toten Frau ein benutztes Kondompäckchen, Liebeskugeln und ein Dildo. Sie ist zutiefst erschüttert und alarmiert den Hausarzt. Dr. Gilles teilt mit, dass es ein natürlicher Tod ist. Die Polizei wird informiert und um eine diskrete Behandlung des Todesfalles gebeten. Damit wird Rolf Wegener beauftragt. Für Rolf ist der Fall aber gar nicht so eindeutig. Die Ermittlungen beginnen, Spuren werden gesichert und eine Obduktion durchgeführt, da es auch sehr wahrscheinlich ein Mord gewesen sein kann.

Ich muss zugeben, dass ich das Buch nicht zu Ende gelesen habe. Mir ist es zu unglaubwürdig und negativ. Marisa hat eine schlechte Kindheit gehabt, sie wurde von ihrem Bruder vergewaltigt und davon schwanger. Das Kind hat ihre Mutter aufgezogen und als diese verstirbt, kommt Markus zu Marisa, zieht mit in das Haus und beginnt eine Lehre zum Koch im Waldschlösschen. Rolf Wegener hatte auch eine schlechte Kindheit. Seine Mutter hat ihn verprügelt und ihm keinerlei Wärme entgegengebracht. Seine kleinere Schwester hingegen war der Sonnenschein. Leider wurde sie nicht sehr alt, da sie vor einen LKW gelaufen ist, als sie mit Rolf unterwegs war und dabei tödlich verunglückt ist. Das hat seine Mutter ihm nie verziehen und trotz allem hat Rolf Schuldgefühle und kümmert sich bis ins hohe Alter um sie. Die Ehefrau von Rolf, Ellen, hatte ebenfalls eine schlechte Kindheit. Sie ist in Heimen und Pflegefamilien aufgewachsen und hat später als Prostituierte gearbeitet.

Die Ehe mit Ellen verlief bis vor einiger Zeit sehr glücklich. Als dann der ersehnte Kinderwunsch ausblieb, kippte das Zusammenleben. Rolf war Schuld, da er Ellen beim Kennenlernen mit einer Krankheit angesteckt hatte und deshalb kann sie jetzt keine Kinder bekommen. Als Rolf eines Tages früher von der Arbeit nach Hause kommt, erzählt Ellen ihren Freundinnen gerade, dass die Krankheit eigentlich von ihr ausging. Aber statt sich von Ellen zu trennen, wohnen sie weiterhin zusammen.

Durch die Ermittlungen taucht Rolf tiefer in das Leben von Marisa ein. Er erfährt, dass sie mehrere Männerbekanntschaften hatte und es im Bett spezieller mochte. Dr. Gilles war auch eine Affäre von Marisa. Rolf stellt sich immer mehr vor, wie Marisa wohl war, wie ihre Stimme geklungen hat und was wäre, wenn er sie vor ihrem Tod kennengelernt und auch eine Affäre mit ihr gehabt hätte. Das geht so weit, dass er von ihr träumt und erregt aufwacht. Als er herausfinden will, warum sich die Liebeskugeln im Bett von Marisa nicht bewegt haben, stellt er das Szenario nach, indem er mit Kleidern und einem Foto den Körper nachstellt und sich dann über sie kniet, so wie es der Mörder wohl getan hat. Als Rolf dann so genervt von Ellen ist, dass er sie zu Hause mit den Seidenbändern, die bei der Toten gefunden wurden, würgt und droht sie zu erschießen, hab ich das Buch weggelegt.

Zwischendurch lässt sich eine spannende Ermittlung durch die vielen einflussreichen Liebhaber des Opfers erahnen, aber die wird durch die Gedanken an das verpatzte Leben überschattet. Außerdem ist der Kollege von Rolf Wegener, Simon Pauli, der noch sehr frisch bei der Kriminalpolizei ist, sehr aufmerksam. Er hinterfragt alles und setzt sich für die Arbeit ein. Leider wird er dabei von Rolf immer wieder ausgebremst, weil er die Wahrheit eigentlich gar nicht wirklich wissen will. Bei dem Gedanken, dass Marisa andere Männer hatte, wird er eifersüchtig.

Die Frau, die Männer mochte von Petra Hammesfahr ist ein schlechter Versuch Kriminalroman, Erotik und Sehnsucht nach Liebe zu vereinen.

 

Rezension und Foto von Andrea Köster.

 

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Die Frau, die Männer mochte | Erstveröffentlichung 1991 bei Bastei Lübbe
Die gelesene Ausgabe erschien am 8. September 2015 im Diana Verlag
ISBN 978-3-45335-845-4
368 Seiten | 9,99 Euro
Bibliographische Angaben & Leseprobe

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Ein Gedanke zu “Petra Hammesfahr | Die Frau, die Männer mochte

  1. Habe schon vor vielen Jahren aufgegeben, Bücher von Petra Hammesfahr zu lesen. Ihre Schreibe und meine Lese passen nicht zusammen.

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